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Wall Street macht schlapp: Techs und Konsumwerte drücken auf den Markt

Die US-Märkte haben im Laufe des Dienstags schlapp gemacht und begannen die Woche mit Verlusten. Der Dow Jones schloss mit einem Minus von 57 Punkten oder 0,6 Prozent bei 9714 Punkten. Die technologie-orientiert Nasdaq gab 47 Punkte oder 2,5 Prozent ab und ging bei 1882 Punkten aus dem Handel.

Damit schließen die beiden großen Indizes nahtlos an die schwache letzte Woche an, in der die Nasdaq mit einem Minus von 4,4 Prozent die schlechteste Performance seit September hinlegte. Vor allem Technologiewerte waren im Laufe des Tages unter Druck geraten. Laut Richard Bernstein, US-Chefstratege von Merrill Lynch, seien die Tech-Aktien zu teuer. Bernstein spricht bereits wieder von einem blasenartigen Niveau.

So verloren die Tech-Aktien trotz der guten Nachrichten, die noch am Morgen aus dem Sektor gekommen waren. Zum Beispiel von Amazon . Der Online-Buchhändler hat in den letzten drei Monaten den ersten Quartalsgewinn seiner Geschichte eingefahren. Nach einem starken Weihnachtsgeschäft weist man ein Plus von 35 Millionen Dollar oder 9 Cent pro Aktie aus. Selbst nach Abzug außerordentlicher Aufwendungen steht ein Gewinn von 5 Millionen Dollar oder 1 Cent pro Aktie zu Buche. Amazon hat seit seinem Börsengang 1997 mehr als drei Milliarden Dollar verloren. Der lange erwartete Turnaround sorgte für Kaufstimmung, Amazon legt 24 Prozent zu.

Auch drei Unternehmen aus dem Dow Jones hatten vor Handelsbeginn gemeldet: Der Pharmahersteller Johnson&Johnson beendete das abgelaufene Quartal in Höhe der Erwartungen. Für die nächsten drei Monate hält das Management an den Erwartungen fest, allerdings erwartet man für 2003 einen Jahresgewinn am unteren Ende der Schätzungen. JNJ verlor im Tagesverlauf fast 1 Prozent.

Auch Branchenriese und Dow-Kollege Merck hat Gewinne im Rahmen der Konsensschätzung bekannt gegeben. Für das laufende Quartal und das Jahr 2002 erwartet Merck allerdings kein Gewinnwachstum, weshalb die Aktie nur langsam in Schwung kam. Merck verbesserte sich um 2,4 Prozent.

Der weltgrößte Papierhersteller International Paper überraschte die Analysten. Das Unternehmen meldete für das abgelaufene Quartal einen Anteilsgewinn von 12 Cent, die Experten hatten mit einem Plus von 3 Cent gerechnet. Die Aktie von International Paper verbesserte sich um 1,8 Prozent. Doch es war eine andere Nachricht, die den Papiersektor dominierte: Willamette hat ein Übernahmeangebot des Branchenriesen Weyerhaeuser angenommen. Gemeinsam kontrollieren Willamette und Weyerhaeuser mehr als 7,5 Mrd. Hektar Wald und könnten einen gemeinsamen Umsatz von 20 Milliarden Dollar erreichen. Damit läge man nur knapp hinter International Paper. Papiere von Willamette kletterten um 17 Prozent, Weyerhaeuser gewann 4,6 Prozent.

Zu den größten Verlieren im Dow Jones gehörte am Dienstag die Aktie von IBM . Big Blue litt unter der Tech-Schwäche und gab 3,3 Prozent ab. Das Unternehmen hat ein Joint Venture mit VeriSign geschlossen. Die beiden Unternehmen werden in Sachen Sicherheitstechnologie zusammenarbeiten. Vor allem Programme im Bereich der so genannten "Public Key Infrastructure" (PKI) sollen künftig gemeinsam erarbeitet werden, um Abnehmern einen besseren Datenaustausch mit ihren Kunden zu ermöglichen. VeriSign verbesserte sich um 1 Prozent.

Um 2,4 Prozent verbesserte sich die Aktie von Tyco , nachdem der Mischkonzern ein neues Geschäftskonzept bekannt gegeben hatte. Künftig können Anleger in Tyco Healthcare, in Finanzdienstleistungen, in die Abteilung Feuerschutz und Durchlaufregler sowie den Bereich Sicherheit und Elektronik gesondert investieren, da diese ausgegliedert und direkt an die Börse gebracht werden sollen. Mit den Gewinnen aus den vier Börsengängen will Tyco mindestens 11 Milliarden Dollar Schulden tilgen. Die vier Börsengänge werden von Goldman Sachs betreut. Die Analysten von JP Morgan gaben der Aktie von Tyco am Morgen ein Upgrade und setzen sie auf "aggressiv kaufen".

Ins Bodenlose stürzte hingegen die Aktie von Kmart . Die zweitgrößte Einzelhandelskette der USA hatte am Morgen Gläubigerschutz nach "Chapter 11" angemeldet. Damit bestätigten sich die zuletzt wachsenden Spekulationen um einen Konkurs der Unternehmens. Die Aktie von Kmart verlor 59 Prozent. Mit 3 Prozent im Plus schloss hingegen Konkurrent und Branchenführer Wal-Mart . Die Analysten von Sanford Bernstein werten das Papier angesichts der jüngsten Entwicklung auf "Market Outperform" auf.

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