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Wall Street: Misch-Konzern United Technologies reißt den Dow nach oben

Die US-Märkte schlossen am Donnerstag nach stabilem Handel im Plus. Ein Rally am Nachmittag ließ den Dow Jones Index um 117 Punkte oder 1,2 Prozent klettern. Das Börsenbarometer der dreißig US-Industriewerte schloss bei 9829 Punkten. Die Nasdaq legte um 45 Punkte oder 2,4 Prozent zu, der Technologie-Index schloss bei 1933 Zählern.

Kurz vor Marktschluss hatte der Industrie-Gigant United Technologies seine Gewinnprognosen bestätigt. Das Dow Jones Schwergewicht legte in der letzten Handelsstunde vier Prozent an Wert zu und zog auch Honeywell mit. Starke Finanztitel gaben dem Markt zusätzlich Kraft.

Die gescheiterte Übernahme des Energiekonzerns Enron durch Dynegy war am Nachmittag noch immer ein Thema auf dem Parkett, belastete den Handel aber nicht mehr so stark wie noch in den Morgenstunden. Die Papiere von JP Morgan und Citigroup erholten sich am Mittag und schlossen mit jeweils mehr als einem Prozent im Plus, obwohl die Banken im Falle eines Konkurses von Enron Hunderte Millionen Dollar in den Wind schreiben müssen.

Aktien von Nvidia und Anheuser-Busch schlossen wie erwartet in der Gewinnzone. Der Chip- und Softwareentwickler Nvidia wird Enron im S&P 500 Index ersetzen, Budweiser-Brauer Anheuser-Busch soll für den Energiehändler in den S&P 100 Index nachrutschen. Damit müssen Index-gebundene Fonds Aktien in Millionenhöhe kaufen. Nvidia legt vier Prozent zu, Anheuser-Busch gewinnt ein Prozent.

Die Airlines waren mit einem Branchenplus von fast vier Prozent stärkster Sektor. Die Deutsche Bank Alex. Brown hat fünf Fluggesellschaften heraufgestuft. Anleger sollen Papiere von AmericanAirlines, Continental, Delta, Northwest und Alaska Air "aggressiv kaufen". Auch ohne Upgrade ist US Airways mit einem Plus von sieben Prozent größter Gewinner im Sektor. Allein Southwest Airlines notiert leicht im Minus. Die Aktie sei überwertet, meint Analystin Susan Donofrio, nachdem der Carrier den Sektor in den letzten drei Monaten outperformt hat.

Hard- und Software-Titel kletterten um mehr als drei Prozent. Der Gründer und CEO von Siebel Systems, Tom Siebel, sagte auf der CSFB-Tech-Konferenz in Arizona, die Branche hätte einen Boden erreicht. Er rechne damit, dass sich die Anzahl der Nutzer von Siebel-Software im nächsten Jahr verdoppeln könnte. Siebel legte sieben Prozent zu. Die Aktien von Freemarket und Embarcadero stützen die Software-Branche ebenfalls. Freemarket legte 33 Prozent zu. Das Unternehmen hat die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal angehoben und erwartet ein Wachstum von 10 bis 15 Prozent. Embarcadero profitiert von einem Upgrade von JP Morgan. Die Aktie gewann 13 Prozent.

Der Chip-Sektor beendete den Tag ebenfalls im Plus, obwohl die Chip-Orders im vergangenen Monat um 17 Prozent zurückgegangen sind. Branchengewinner am Donnerstag war Brocade. Die Papiere legten sieben Prozent zu, nachdem das Unternehmen die Konsensschätzung der Wall Street im letzten Quartal übertroffen hat. Analysten setzen ihre Erwartungen für das Jahr 2002 mit Blick auf eine Reihe neuer Produkte des Chipherstellers herauf.

Zu den größten Gewinnern an der Nasdaq gehört am Donnerstag der Hersteller von Organizern, Handspring. 23 Prozent legte die Aktie zu, nachdem das Unternehmen seine Gewinnerwartungen bestätigt hatte. Das Wall Street Journal sieht in dem neuen Minicomputer Treo 180 einen Durchbruch und nennt das Kombigerät den "besten Organizer und das beste Handy auf dem Markt". Konkurrent Palm kletterte um mehr als acht Prozent. Das Management hatte am Morgen eine neue Entlassungsrunde ausgerufen. Investoren werten das als Hinweis auf einen bevorstehenden Merger mit Handspring, über den bereits vor einer Woche spekuliert worden war.

Ein Großauftrag aus Frankreich über 27 Millionen Dollar pusht Invision . Der Hersteller von Sicherheitssystemen soll den Flughafen von Paris mit einem Sprengstoff-Erkennungs-System ausstatten. Papiere von Invision gewannen 20 Prozent.

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