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Wall Street: Mit einer Rally ins Wochenende?

Die US-Märkte notieren am Mittag im grünen Bereich. Der Dow Jones Index , der am Morgen schon positiv eröffnet hatte, gewinnt zur Stunde 23 Punkte. Auch die technologie-orientierte Nasdaq hat sich gefangen und handelt mit einem Plus von vier Punkten.

Vor dem Wochenende ist das Handelsvolumen an beiden großen US-Börsen bescheiden. Das liegt unter anderem an einer Nachricht vom frühen Morgen, die den Händlern die Kauflaune trübt: Das Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal um 1,1 Prozent gesunken. Das ist das größte Quartalsminus seit 1991. Analysten hatten mit einem Rückgang um nur 0,9 Prozent gerechnet. Die US-Wirtschaft steht offensichtlich noch schlechter da als bisher vermutet worden war.

Einige gute Nachrichten stützen jedoch den Dow Jones. Größter Gewinner im Standardindex ist zur Stunde Home Depot , die größte US-Baumarktkette. Das Unternehmen hatdie Prognosen für das vierte Quartal bestätigt und rechnet für die Jahre 2002 bis 2004 mit einem Gewinnwachstum zwischen 18 und 20 Prozent. Händler reagieren überrascht, zumal zum Wochenauftakt noch spekuliert worden war, dass Home Depot die Prognosen korrigieren würde. Die Entwarnung lässt die Akite um sechs Prozent klettern.

Mit einem Plus von 2,8 Prozent gehört auch General Motors zu den großen Gewinnern im Dow Jones. Der weltweit größte Automobilkonzern werde dem Konkurrenten Ford in diesem Jahr die Marktführerschaft im Geschäft mit "Light Trucks" streitig machen, meint GM-Chefökonom Paul Ballew. Auch im Neuwagengeschäft hofft wolle man erstmals seit 15 Jahren Marktanteile auszubauen. Die Analysten von Salomon Smith Barney heben das Kursziel für General Motors von 35 auf 40 Dollar.

Weniger optimistisch sind Anleger für den Industrie-Multi United Technologies . Der Industrie-Gigant hatte am Donnerstag seine Gewinnprognosen bestätigt und sieben Prozent zugelegt. Am Morgen gibt die Aktie aber wieder fast zwei Prozent ab.

Gemischt notiert am Mittag der Brokersektor. Negative Kommentare der UBS Warburg schaden den Kursen nicht allzu sehr. Die Analysten hatten die Gewinnerwartungen für 2001 und 2002 für alle großen Häuser herabgesetzt. Eine schnelle Erholung der Branche, die andere Analysten prognostiziert hatten, sehen sie nicht. Die Branche notiert im Mittel schwach behauptet.

Chipgigant Intel hat den Sprung in den grünen Bereich geschafft. Dan Niles von Lehman Brothers setzt seine Gewinnerwartungen für das Unternehmen nach oben. In Q4 erwartet er ein Anteilsplus von 62 Cents, bisher hatte er mit 55 Cents gerechnet. Dem entgegen stehen die schwachen Aussichten für die ganze Chipbranche. Die Bestellungen sind um 17 Prozent eingebrochen. Chip-Zulieferer Novellus hat für das erste Quartal 2002 einen Verlust angekündigt. Die Aktie verliert 8,5 Prozent. Andere Chip-Zulieferer wie KLA-Tencor, Applied Materials und Credence verlieren um fünf Prozent. Der Sektor ist mit minus drei Prozent schwächster Performer an der Nasdaq.

Die Aktie von Cisco legt zur Mittagsstunde 1,5 Prozent zu. Das Unternehmen hat sich auf der Technologiekonferenz der Credit Suisse First Boston zu Wort gemeldet. Finanzchef Larry Carter gab sich "langfristig bullish". Als Ziel gab er aus, den Umsatz pro Angestelltem auf 700.000 Dollar zu steigern. Im letzten Quartal haben Cisco Beschäftigte im Schnitt 470.000 Dollar eingebracht. Cisco hat seit Jahresbeginn 20 Prozent der Angestellten entlassen. Weitere Kündigungen seien nicht geplant.

Nur noch eine Fußnote im Freitagshandel ist das Schicksal von Enron . Auf dem Parkett wartet man auf die offizielle Bankrotterklärung des Energiekonzerns. Mitarbeiter haben ihre Schreibtische geräumt. Dass die Bauarbeiten am neuen repräsentativen Enron-Center am Firmensitz in Houston (US-Bundesstaat Texas) weitergehen, lässt Händler auch nicht mehr an eine Zukunft des Unternehmens glauben. Enron gibt 25 Prozent ab. Dynegy verliert weitere fünf Prozent, da die Übernahme in den Kurs eingepreist war. JP Morgan und Citigroup , die Gläubigerbanken von Enron haben sich gefangen und notieren mit leichten Gewinnen. Gleiches gilt für Anheuser-Busch und Chiphersteller Nvidia , die für Enron in die S&P Indizes der wichtigsten 100 beziehungsweise 500 Unternehmen nachrücken werden.

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