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Wall Street mit Kursverlusten

Es muss schon dringend gewesen sein, dass Alan Greenspan die US-Leitzinsen noch vor der nächsten offiziellen Sitzung der Notenbank Ende Januar senkte. Ich weiß was, das du nicht weißt! Ob Alan Greenspans Spiel so heißt?

Fakt ist zumindest, dass die Veröffentlichung der Arbeitslosenquote für morgen bevorsteht. Erwartet wird ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Dezember um 0,1 Prozent auf 4,1 Prozent. Die am Donnerstag veröffentlichten Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung fielen mit 375.000 Anträgen bereits 35.000 Einheiten höher aus als prognostiziert. Und Fakt ist ebenfalls, dass es Alan Greenspan in seiner Amtszeit bisher nicht gelang eine Rezession, die sich über mindestens drei Monate mit einer um mindestens 0,3 Prozent gestiegenen Arbeitslosenquote angekündigt hatte, zu vermeiden. Vielleicht versucht Alan Greenspan die Regelmäßigkeit dieses Mal zu unterbinden und reagierte bereits vorsorglich mit einer Zinssenkung von 50 Basispunkten. Das letzte Mal, dass die Notenbank sich zu einer Reaktion in dieser Größenordnung hinreißen ließ, liegt bereits sieben Jahre zurück. Doch morgen wissen wir mehr. Die Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten wird für 14.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit erwartet.



Allerdings war das Warten auf die Arbeitsmarktdaten am Donnerstag nicht der einzige Faktor, der die wichtigsten US-Aktienindizes in die Verlustzone drückte. Viele Anleger zeigten sich zusätzlich skeptisch, was eine baldige Rally an New Yorks Aktienmärkten angeht. Eine kräftige, jedoch zunächst einmalige Zinssenkung mache noch keinen Frühling aus.



Dennoch war ein Trend am Donnerstag eindeutig erkennbar. Anleger schichten ihr Kapital von defensiven Aktien wie Pharma-, Tabak- und Ölwerten zunehmend in zyklischere Wachstumsbereiche und zinssensitive Sektoren. Merck, Philip Morris und Exxon verloren an Wert.



Den Einzelhandelsaktien nützte die Tendenz am Donnerstag nichts. Denn dieser Sektor erlebte wohl den schlechtesten Dezember seit einigen Jahren. Die Einzelhandelsumsätze des Vorweihnachtsgeschäfts von Wal-Mart blieben mit einem Anstieg von 0,3 Prozent weit hinter den Prognosen von 1,5 bis 2,5 Prozent zurück. Tiffanys büßte wegen eines ebenfalls enttäuschenden Weihnachtsgeschäfts im Lauf des Handels rund 17 Prozent.



Erfreulicher ging es dagegen bei BMC Software zu. Die Aktie legte bis Handelsschluss fast 43 Prozent an Wert zu. Das Unternehmen hatte am Morgen seine Gewinnerwartungen für das dritte Quartal nach oben korrigiert.

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