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Wall Street: Nach dem roten Montag ein Ausflug ins Grüne

An der Wall Street stehen alle die Zeichen auf grün. Der Dow Jones legt am Dienstag schon in den ersten Handelsminuten 46 Punkte zu, die technologieorientierte Nasdaq handelt mit einem Plus von 22 Punkten.

Schlechte Nachrichten vom Vortag - aus dem militärischen Umfeld ebenso wie enttäuschende Konjunkturdaten - scheinen heute vergessen. Dafür macht eine Meldung der New York Times auf dem Parkett die Runde. Danach könnte die Notenbank Fed in ihrer nächsten Sitzung am 12. Dezember erneut die Leitzinsen senken. Bereits in der vergangenen Woche waren immer wieder Stimmen laut geworden, das Komitee um Alan Greenspan habe seine Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Zahlreiche Händler rechnen mit einer Senkung der Zinsen um 25 Basispunkte.
Der Dow Jones Index erfährt am Dienstag Unterstützung vor allem von drei Werten. Die Industrie-Multis General Electric und United Technologies machen Verluste vom Montag wett und legen 2,6 beziehungsweise 1,6 Prozent zu. Die Analysten der Lehman Brothers stufen Papiere von GE herauf, sie rechnen damit, dass die Aktie im nächsten Jahr eine bessere Performance zeigen wird als der S&P 500 Index.
Mehr als zwei Prozent gewinnt die Aktie von Home Depot zu. Die Analysten von Merrill Lynch äußern sich wohlwollend über die größte US-Baumarktkette, die weiter auf Expansionskurs ist und im nächsten Jahr 150 neue Filialen eröffnen will. Sie setzen das Kursziel auf 58 Dollar, am Dienstag schloss Home Depot mit 46,39 Dollar.
Mit Gewinnen von jeweils mehr als einem Prozent stützen auch die Papiere von JP Morgan Chase und Citigroup den Dow Jones Index. Die beiden Gläubigerbanken des Energiekonzerns Enron haben dem Unternehmen noch einmal eine Finanzspritze über 1,5 Milliarden Dollar gegeben. Damit soll der operative Betrieb aufrecht erhalten werden. Zahlreiche Anleger glauben nun wieder an eine Zukunft für Enron und kaufen auch diese Aktien. Enron klettert um 82 Prozent, die Aktie hatte bereits zu Wochenbeginn 57 Prozent an Wert gewonnen.
Die Big Caps legen am Morgen leicht zu. Cisco, Intel und Sun Microsystems halten Ende der Woche Analystentreffen und Händler erwarten - auch nach den bereits positiven Kommentaren auf der Konferenz der Credit Suisse First Boston in der vergangenen Woche - gute Nachrichten. Allein Microsoft notiert mit leichten Verlusten. Der Software-Konzern bemüht sich nach Kräften, eine Übernahme des AT&T -Kabelnetzes durch AOL Time Warner zu verhindern. Den beiden AOL-Konkurrenten um den Kauf, Cox und Comcast , will Microsoft finanzielles Rückgrat sein.
Eine interessante Einschätzung über die Verlagshäuser geben die Analysten von Merrill Lynch am Morgen ab. Für Reader?s Digest sehen die Experten eine Stabilisierung der Geschäfte nach den zuletzt dramatischen Umsatzeinbußen durch das schwache Anzeigengeschäft. Die Aktie legt mehr als drei Prozent zu. Andere Medienkonzerne warten noch auf den Aufwind. Aktien von Rupert Murdochs News Corporation verlieren leicht. Das Unternehmen hatte am Montag bekannt gegeben, dass die TV-Sparte Fox Probleme habe, die teuren Werbeplätze während des Super Bowl zu verkaufen.
Seit Tagen kommen äußerst gemischte Nachrichten aus dem Chip-Sektor. Am Dienstag sind sie erneut positiv und der Sektor legt zu. Chiphersteller gewinnen im Branchenmittel 2,5 Prozent, Chip-Zulieferer legen 4,5 Prozent. Die Analysten der UBS Warburg glauben, dass die Bestellungen im Dezember, die Gewinne im Februar einen Boden erreicht haben. Die Trendwende machen sie im zweiten Quartal 2002 aus. Aktien der Chip-Zulieferer Novellus, Varian und Electro Scientific Industries geben die Experten ein Upgrade, die Papiere von Applied Materials und KLA-Tencor halten sie für zu teuer, diese notieren allerdings auch im Plus.
Auf der Gewinnerseite finden sich auch die Aktien der Internet-Verkäufer. Der Online-Buchhändler Amazon und der diversifizierte Provider Yahoo haben in den letzten Wochen starke Zunahmen bei den Verkäufen verzeichnet. Gegenüber dem Vorjahr ist der Umsatz um 29 Prozent von 1,6 Mio. auf 2,1 Mio. Dollar gestiegen. Dabei wurden 16 Millionen Bestellungen abgegeben. Amazon gewinnt 5,5 Prozent, Yahoo legt 1,5 Prozent zu.

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