Wall Street nachbörslich
Alle Blicke auf Greenspan

Am Dienstag starteten die US-Märkte durch, frei nach dem Motto "no news are good news". Für den Handel am Mittwoch sollten sich Investoren also einen Nachrichten-armen Tag wünschen. Lesen Sie im nachbörslichen Bericht der Wall Street Correspondents, ob dieser Wunsch in Erfüllung gehen kann.

wsc NEW YORK. Im nachbörslichen Handel haben am Dienstag allerdings noch reihenweise Firmen ihre Quartalszahlen vorgelegt. Die größte Aufmerksamkeit hat Cisco Systems bekommen. Die Aktie legte nach Börsenschluss rund 10 Prozent zu.

Cisco hat die Gewinnprognosen im vierten Geschäftsquartal übertroffen. Der Umsatz lag minimal unter den Erwartungen. Das Management machte allerdings deutlich, dass die Netzwerkbranche weiterhin mit einer gedämpften Nachfrage rechnen muss. Im Vorfeld waren die Gerüchte hochgekocht, ob der beliebte Finanzchef Larry Carter abtreten wird. Auch diese Frage wurde beantwortet. Im Mai 2003 will der 60-Jährige in den Ruhestand treten.

Auf ein weniger erfreuliches Quartal blickt Playboy zurück. Der Herausgeber des gleichnamigen Magazins hat einen höheren Verlust ausgewiesen als erwartet. Während die Probleme vor allem bei der Printausgabe lagen, hat Playboy eine Steigerung im TV-Geschäfts erreicht. Firmenchefin Christie Hefner gab sich aber zuversichtlich, dass der Verlag dieses Jahr in die schwarzen Zahlen vorstoßen und die Erwartungen erfüllen wird.

Die zweitgrößte Lebensversicherung in den USA, Prudential Financial, musste im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch in Höhe von 62 Prozent verbuchen. Dennoch wurden mit 54 Cents pro Aktie die Konsensschätzungen um zwei Cents geschlagen. Wie Prudential warnte, könnten die Ziele für das gesamte Geschäftsjahr zu hoch gesteckt sein. Investment Verluste werden als eine Begründung angeführt.

Gen Süden ging es im nachbörslichen Handel mit den Aktien von TMP Worldwide. Die Muttergesellschaft der Jobbörse Monster.com rechnet für das zweite Quartal mit einem deutlichen Gewinneinbruch. Angesichts der konjunkturellen Schräglage stellen amerikanische Unternehmen weniger Mitarbeiter ein. Der Leiter des operativen Geschäfts, Jim Treacy, kündigte zudem seinen Rücktritt an.

Am Mittwoch werden kurz nach Handelsstart Angaben über Lagerbestände im Großhandel erwartet. Interessant wird es auf Konjunkturseite allerdings erst am Freitag. Dann werden die Julidaten über die Produktivität veröffentlicht - ein wichtiger Indikator für Alan Greenspan. Am 13. August findet die nächste Notenbanksitzung statt. Und seit einigen Tagen spekulieren die Trader an der New York Stock Exchange wieder über anstehende Zinssenkungen. Doch "no news" sind manchmal die besseren "news".

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