Wall Street
Nachbörslich: Hinab zu den Wochenstart-Kursen

Dow und Nasdaq werden die satten Gewinne, die sie zur Wochenmitte verbuchten, wohl nicht mit ins Wochenende nehmen. Nur noch wenige Pünktchen trennen die Indizes von den Schlusskursen der vergangenen Woche, und so marktblind kann einer nicht sein, dass er nicht sieht, wohin der Hase läuft.

 

NEW YORK. Nach den sensationellen Gewinnen vom Mittwoch hat der Donnerstag auch den Bullen klar gemacht, dass die Cisco-Rallye emotionsgetrieben war und mit fundamentalen Daten des Unternehmens, der Branche und des gesamten Marktes nichts zu tun hatte. Gewinnmitnahmen waren vorhersehbar und sind eingetreten. Ein schwacher Zwischenbericht vom Arbeitsmarkt tat ein Übriges, die Kurse wieder auf Tauchstation zu schicken.

Was bringt der Freitag? Weitere Kursstürze sind durchaus drin. Dow und Nasdaq dürften die Woche so beenden, wie sie sie begonnen haben. Charttechniker legen ein Lineal an die Zwischenhochs der letzten vier Wochen (Dow) beziehungsweise drei Monate (Nasdaq) und sehen den Trend bestätigt: Selbst dramatischste Gewinne brechen nicht aus der mittelfristigen Abwärts-Tendenz.

Der Anleger weiß das. Es ist ja kein Zufall, dass Kapital schon am Morgen aus den Techs zurück in den sicheren Hafen Konsum wanderte. Kleine Gewinnmitnahmen? Ja, gerne. Vertrauen in die High-Tech-Aktien? Nein, danke. McDonald?s, Philip Morris, Coca-Cola und Procter & Gamble - am Mittwoch die schwächsten Aktien im Standardindex - schlossen am Donnerstag stark und gehörten zu den Tagesgewinnern. Am Freitag wird das aller Voraussicht nach so weitergehen, denn von Unternehmensseite stehen keine wirklich marktwichtigen Meldungen an.

Quartalszahlen legen neben dem Rüstungskonzern Fairchild und der Kinokette Imax einige Biotech-Firmen vor. Bereits ab Donnerstagabend enttäuschte Protein Design Lab mit einem schwachen Ausblick. Die Wettbewerber ImClone, StemmCells und Thermogenesis könnten den gebeutelten Sektor weiter belasten.

Und dass der Videospielhersteller Electronic Arts, der unter anderem für die Microsoft X-Box und die Sony PlayStation programmiert, deutlich über den Erwartungen abgeschnitten hat, dürfte ausschließlich die eigene Aktie pushen, zumal nur ein alternder Star die Ergebnisse so in die Höhe getrieben hat. Der Weltenretter im Geheimdienst Ihrer Majestät ("Bond, James Bond") kämpft zwar noch immer tapfer gegen allerlei Schurken und Atomräuber, doch gegen die Baisse ist auch er machtlos.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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