Wall Street: Nachbörslich notiert
Alan Greenspan und Verbraucher sollen Auskunft geben

An der Wall Street war am Montagabend nach der Glocke nicht viel los. Warum auch? Die Kurse waren tagsüber nach einem kleinen Blick ins Grüne minimal gefallen, da Investoren vor größeren Käufen oder Verkäufen auf eine Reihe von Konjunkturdaten warten wollen, die die US-Börsen für den Rest der Woche bewegen dürften.

Am Dienstagmorgen werden die aktuellen Zahlen zum Verbrauchervertrauen veröffentlich. Das ist bereits im September auf ein historisches Tief gefallen, der Früh-Indikator aus Michigan enttäuschte die Analysten am Freitag vergangener Woche noch einmal. Gründe für frustrierte und entsprechend kauffaule Konsumenten gibt es viele: Die schwache Konjunktur, ein drohender Irak-Krieg, die hohe Arbeitslosigkeit, Terror- und Heckenschützenattentate, eine schwache Börse... viel Grund zum Optimismus haben die Amerikaner wirklich nicht.

Dabei wird das Verbrauchervertrauen immer wichtiger. Der Verbraucher trägt nicht nur 70 % des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes, er steuert vor allem im laufenden vierten Quartal einen unverhältnismäßig großen Batzen bei: Für den Einzelhandel markiert das Weihnachtsgeschäft die sechs wichtigsten Wochen des Jahres, zahlreiche andere Branchen sind direkt an den Handel vor dem Fest geknüpft, darunter der Transportsektor, die Hersteller von Kleidung und Spielzeug, der Tourismus und nicht zuletzt die High-Tech-Branchen, wo man immer lauter beklagt, dass der Computer unterm Christbaum nicht mehr in jeder Familie einen Stammplatz hat.

Der Verbraucher wird am Dienstag ein Signal setzen, dass dem Markt Auf oder Ab vorschreiben wird, und dass den Handel bis über die Wochenmitte hinaus massiv beeinflussen dürfte. Danach gibt es weitere Daten zum Bruttoinlandsprodukt, zum Produzierenden Gewerbe, zum Arbeitsmarkt - doch die können warten.

Einen weiteren Überblick über die konjunkturelle Lage der Nation bietet einmal mehr Fed-Chef Alan Greenspan, der am Dienstag wieder einmal eine Rede halten wird. In der vergangenen Woche gab sich der oberste Währungshüter unerwartet optimistisch was die Zukunft der Ökonomie betraf, während nur die Fed-Kollegen mit einem trüben "Beige Book" übermütige Kurssprünge verhinderten.

Von Unternehmensseite steht am Dienstag nicht allzu viel an: Der Dow-notierte Konsumriese Procter & Gamble wird über das dritte Quartal melden, darüber hinaus öffnet man bei Estee Lauder, Steve Madden und Williams Energy die Bücher.

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