Wall Street: Nachbörslich notiert
Cisco und Powell bestimmen den Mittwochshandel

Die US-Börsen sind am Dienstag auf neue Jahrestiefstände gefallen - zumindest kurzzeitig.

Ein kleiner Schlusssprint hielt letztlich den Dow über 8000 Punkten und die Nasdaq über 1300 Punkten, doch sind diese Marken am Mittwoch erneut gefährdet. Denn zur Wochenmitte kommt von Cisco wenig Schützenhilfe, und auch von Colin Powell erhofft man sich im Vorfeld nicht allzu viel.

Der Netzwerkriese Cisco hat noch am Dienstagabend Zahlen zum abgelaufenen vierten Quartal vorgelegt und die Erwartungen der Wall Street um 2 Cent geschlagen. Mit einem Gewinn von 15 Cent pro Aktie ist der Markt zufrieden, mit einem Umsatz von 4,71 Mrd. $ indes nicht ganz und schon gar nicht mit der Einschätzung von CEO John Chambers zum weiteren Umfeld der Branche und der Konjunktur.

Chambers wähnt sich "in der schwierigsten Zeit für Netzwerk- und Telekomunternehmen". Er spricht Anlegern und Analysten gegenüber von einer "Show-me-Erholung", einer Erholung offensichtlich, für die er Anzeichen erst zu sehen wünscht. Bis dato erkenne er sie nicht, das Management sehe sich nach dem abgelaufenen Quartal trotz eines Ergebnisses über den Prognosen "nicht in einer starken Position." Die Aktie gab nachbörslich noch einmal 1,5 % ab und dürfte auch im Mittwochshandel unter Druck stehen.

Weitere Unternehmen, auf die der Markt zur Wochenmitte fokussieren dürfte, sind der Budweiser-Brauer Anheuser-Busch, der Telekomriese Sprint, der Energieprovider Mirant und der Chemiekonzern Monsanto, die allesamt Quartalszahlen vorlegen werden und sich auch zu den Aussichten für 2003 äußern dürften.

Von konjunktureller Seite steht allein ein Blick auf den ISM-Index im Bereich des Dienstleistungsgewerbes an. Da dieser Bereich einen massiven Teil der US-Wirtschaft ausmacht, ist der Index viel beachtet, den Markt dürfte er allein am Mittwoch aber nicht bestimmen.

Das könnte indes Colin Powell gelingen. Der US-Außenminister spricht um 10.30 Uhr (Ortszeit, 16.30 Uhr MEZ) vor dem UN-Sicherheitsrat, dessen Sitzung erstmals unter deutschem Vorsitz stattfindet. Nach der Begrüßung durch Außenminister Fischer steht Powell als erster auf der Redner-Liste, in einer knapp einstündigen Rede soll er dem Gremium Beweise dafür vorlegen, dass sich Saddam Hussein nicht an die UN-Resolution halte, und dass es an der Zeit sei, einen militärischen Schlag gegen den Wüstenstaat zu starten.

Experten sind im Vorfeld zurückhaltend, mit sensationellen Enthüllungen wird im Umfeld der Börse und im Umfeld der Vereinten Nationen nicht gerechnet. Wenngleich Powell am Morgen zum Sicherheitsrat spricht, dürften die Statements anderer Mitglieder am Markt mit gleichem Interesse verfolgt werden, vor allem die Äußerungen von China und Russland, Frankreich und Deutschland dürften von Interesse sein.

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