Wall Street - nachbörslich notiert
Gute Aussichten für US-Aktien

Die erste High-Tech-Rally hatte keinen Bestand, die zweite hatte man erst am Montag kleingeredet - und nun klappte es doch. Stunden bevor einige wichtige High-Tech-Konzerne ihre Quartalsergebnisse offen legten, stürmte die Nasdaq den zweiten Tag in Folge um mehr als 50 Punkte nach oben. Seit Wochenbeginn hat der Index 6 % zugelegt. Und die Rally könnte weitergehen.

Denn einige der Ergebnisse von Dienstagabend können sich durchaus sehen lassen. Auf dem Chip-Hersteller Applied Materials hatten die Hoffnungen der Investoren gelegen, und das Unternehmen bestach auf der ganzen Linie. Beim Umsatz übertraf man die Erwartungen des Marktes deutlich, das Volumen der neuen Bestellungen lag 25 % über den Prognosen - das war die Pflicht. Die Kür: Unterm Strich blieb Applied Materials ein Gewinn von 3 Cent pro Aktie, einer mehr als erwartet. Die Schattenseite: Der Löwenanteil der Bestellungen aus Asien, während Nordamerika weiter schwächelt.

"Good News" rutschten dem Speicher-Spezialisten Brocade heraus. Einen Tag vor der Konferenz sickerte durch ein Leck im Firmen-Netz die Info, dass das Unternehmen bei Gewinn und Umsatz über den Prognosen liege - vor allem letzteres ist entscheidend für den konjunkturellen Aufschwung. Denn Kosten senken kann jeder. Neue Aufträge an Land ziehen, das ist die wahre Kunst in der Krise.

Eben daran haperte es bei Hewlett-Packard. Das Unternehmen, das sich nach dem Gezerre um die Compaq-Fusion an einer Ausrede nicht schwer getan hätte, hat die Analystenerwartungen hinsichtlich des Aktiengewinns getroffen. Doch der Umsatz blieb unter den Prognosen zurück und Chefin Carly Fiorina sieht das Umfeld der IT-Investitionen als "weltweit immer noch problematisch".

Nun streiten sie wieder, die Bullen und die Bären. Braucht der Aktienmarkt mehr Umsatz, oder können sich die Kurse schon einmal erholen, während die Unternehmen den Aufschwung noch vage andeuten? Klar, sagen die Optimisten und verweisen auf die Schwäche bei den langfristigen Bonds: "Der Boden ist erreicht."

"Gar nicht war", brummen die Bären. Viel zu riskant, viel zu wacklig sei das ganze Drumherum. "Headline risk" sehen sie - "Gefahr durch Schlagzeilen". Weiterer Ärger im Nahen Osten kann die Märkte weiter einbrechen lassen. Terrorismus im eigenen Land macht den Investoren Sorgen. Erst am Dienstag hatte man in Philadelphia verdächtige Pakete gefunden. Doch fällt auf: Selbst die Pessimisten schieben die Risiken für den Markt aus der konjunkturellen Betrachtung. Sie ziehen die politische Lage zurate.

Geht es am Ende doch aufwärts? Am heutigen Mittwoch gibt es weiter Aufschluss darüber. Am New Yorker Morgen werden die Zahlen zur Produktivität in den USA vorgelegt, und die Lagerbestände offengelegt. Letztere dürften den Handel bestimmen. Denn hohe Produktivität ist schön und gut. Doch es ist die Endnachfrage, die die Konjunktur treibt. An der mangelte es zuletzt, und wo sie auftritt, hat man am Dienstag gesehen: im Billig-Sektor. Wal-Mart und JC Penney machen Rekordumsätze im Niedrigpreissegment, und selbst bei Tiffany bleibt das Gold liegen und der Modeschmuck macht?s.

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