Wall Street: Nachbörslich notiert
Handelsvolumen bleibt das größte Problem

Im Mittwochshandel waren es die Aktien der Hightechbranche, die zu den größten Verlierern an der Wall Street gehrten, am Abend waren es dann die Brokeraktien, die es gen Süden zog. Schlechte Nachrichten von Merrill Lynch und grundsätzliche Überlegunen zur Branche brachten die Papiere auf die Verliererstraße.

Bereits am Mittwoch hatte eine Meldung von Morgan Stanley den Handle belastet. Die US-Börsenaufsicht will gegen das Unternehmen ermitteln, das interessante IPO-Aktien an gute Kunden bevorzugt verteilt haben soll, vor allem wenn diese sich zuvor bereit erklärt hatten, im späteren Handel mit dem Papier nachzukaufen. Diese Praxis des IPO-Spinning ist illegal, war an der Wall Street aber über Jahre hinweg gang und gäbe - die juristischen Folgen stellen sich nun ein.

Am späten Nachmittag war es dann eine Meldung von Merrill Lynch, die erneut ein schlechtes Licht auf den Sektor warf. Die Investmentbank setzt weitere Trader vor die Tür. Gerüchten zufolge sind es vorerst 85, die allesamt an der Nasdaq gehandelt hatten. Es ist die zweite Entlassungsrunde seit vergangenen Oktober, damals mussten schon 45 Nasdaq-Trader ihren Hut nehmen.

Und zu guter letzt tauchte dann noch eine Analyse vom kleinen Brokerhaus Putnam Lowell auf, die die ganze Not der Kollegen auf den Punkt brac hte. Bei Putnam sieht man Verlustrisiken für Charles Schwab und Ameritrade und Kursrisiken für die Aktien. Der Grund: Sie leiden unter dem dramatischen Rückgang des Handelsvolumens - online wurden im Februar 25 % weniger Aktien gehandelt als im Vormonat. Die Papiere gaben nachbörslich jeweils mehr als 5 % ab.

Etwas leichter kam der Onlinebroker E*Trade weg, der ja auch mit Krediten handelt, und dem in dieser Sparte die niedrigen Zinsen recht kommen.

Das Problem der Broker - das niedrige Handelsvolumen - ist das Problem der Börse, und es ist oft erläutert worden. Das mangelnde Vertrauen der Anleger in einen Markt, auf dem die Gefahr eines Krieges und die Angst vor Terroranschlägen ebenso lastet wie eine schwache Konjunktur und eine mehr oder weniger konzeptlose Regierung, wiegt zur Zeit schwerer als die schwachen Gewinne Corporate Americas alleine.

Im Donnerstagshandel wird sich dieses Problem ebenso wenig lösen wie in den nächsten Tagen und Wochen.

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