Wall Street: Nachbörslich notiert
High-Techs zwischen Top und Flop

Nach einer viertägigen Super-Rallye und Kursgewinnen jenseits von Gut und Böse hat sich die Wall Street beruhigt. Nach einer Reihe schlechter Nachrichten vor allem aus dem High-Tech-Bereich ging es im Mittwochshandel wieder bergab. Doch die Ertragsflut geht weiter, und mit ihr der Kurswahnsinn.

wsc NEW YORK. Am späten Mittwochabend waren die Augen der Marktteilnehmer auf IBM gerichtet - "Big Blue" hatte man im Vorfeld ebenso viel Indikatorwirkung auf einen wackligen Markt zugeschrieben wie dem Chiphersteller Intel am Tag zuvor. Zunächst sieht die Sache für den Computerhersteller ganz gut aus. IBM hat die Gewinnerwartungen der Analysten um 3 Cent geschlagen und weist ein Plus von 99 Cent pro Aktie aus. Auch der Umsatz scheint in den vergangenen drei Monaten besser gewesen zu sein als man erwartet hatte, für die laufenden drei Monate rechnet man mit ähnlicher Tendenz, weshalb man an den Wachstumsprognosen von 12 Prozent festhält. Der Aktie dürfte das heute Auftrieb geben.

Ein weiterer Gewinner kristallisiert sich mit AMD heraus. Der Chiphersteller und Intel-Konkurrent hat im dritten Quartal zwar einen Verlust 508 Millionen Dollar oder 74 Cent pro Aktie eingefahren, doch entspricht das den Ankündigungen, die das Management bereits vor zwei Wochen gemacht hatte. Für die nahe Zukunft rechnet man zwar nicht mit großem Umsatzwachstum, doch legt man Pläne vor, wie die Gewinnschwelle zu senken sei. Mit einem niedrigeren Breakeven-Punkt glauben Anleger an geringere Verluste im laufenden Viertel und ein besseres Jahresergebnis als ursprünglich angepeilt war.

Ein anderer Computerwert dürfte im Donnerstagshandel unter die Räder kommen: Apple. Ein schicker Auftritt mit dem neuen iMac und die Jagd nach "Switchern" - also Usern, die von PC auf Mac wechseln - haben offensichtlich nicht so eingeschlagen wie man das erhofft hatte: Apple weist mit einem Minus von 2 Cent pro Aktie den ersten Quartalsverlust seit 2 Jahren aus.

Weitere Computerschwergewichte werden am Donnerstag Zahlen vorlegen, darunter Microsoft, die teuerste Firma der Welt. Experten rechnen mit einem Umsatz von 7,1 Mrd.Dollar und einem Gewinn von 42 Cent pro Aktie für das Unternehmen um Bill Gates. Ebenfalls auf dem Programm stehen die Konferenzen von PeopleSoft und Siebel Systems, sowie ein Blick in die Bücher der Chiphersteller EMC und Fairchild Semi.

Außerhalb der Tech-Werte melden unter anderem Colgate-Palmolive, Continental Airlines, Southwest Airlines, Hershey, Mattel und Philip Morris.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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