Wall Street: Nachbörslich notiert
HPs Zahlen: Aufschlussreich aber nicht marktbewegend

Zahlen, Zahlen, Zahlen... die Wall Street dümpelt durchs Sommerloch, doch wenn es News gibt, dann kommen sie alle auf einmal und gebündelt.

NEW YORK. Am Morgen hatten die Zahlen zu den Bestellungen langlebiger Güter und der aktuelle Stand des Verbrauchervertrauens Anleger verunsichert: Bestellungen rauf, Vertrauen runter - das schien auf den ersten Blick nicht zu passen. Und nachbörslich gab es schon das nächste Rätsel.

Denn nur wenige Minuten nach Handelsschluss öffnete Hewlett-Packard die Bücher - zum ersten Mal seit dem Merger mit Compaq -, und damit hatten Anleger und Analysten wieder eine ganze Menge Zahlen zu zerbeißen. Mit einem Plus von 14 Cent pro Aktie traf man die Gewinnerwartungen, was im nach wie vor schwachen PC-Umfeld schon einmal ein dickes Plus ist. Allerdings: Mit einem Umsatz von 16,5 Mrd. $ verfehlte HP die Schätzungen der Experten um immerhin 200 Mio. $ - und das ist ein klares Zeichen dafür, dass es wohl doch nicht aufwärts geht mit den High-Techs.

Doch sind Gewinn und Verlust nicht die einzigen Daten, auf die man bei einem Unternehmen wie HP achtet. Wichtig ist Experten natürlich, wie weit man mit der Integration des Computerherstellers Compaq vorangekommen ist, die sich vor drei Monaten doch schwieriger zu gestalten schien als viele erwartet hatten. Eine völlig andere Unternehmenskultur und Unklarheit über die Zahl der möglichen Entlassungen hatten das Lager der Analysten gespalten in optimistische Merger-Fans und solche, die vor einem Zusammenschluss der Unternehmen warnten.

Mittlerweile habe man fast 50 % der Synergie-Effekte erreicht, berichtete HP-Chefin Carly Fiorina nun am Dienstag nach Börsenschluss - in Millionen Dollar wollte sie das allerdings nicht beziffern. Nur soviel: "Nach hundert Tagen sind wir bestens im Zeitplan, wir haben unser Ziel im Auge und gehen davon aus, dass wir auch die nächsten Meilensteine schaffen werden."

Soweit, so gut - welche Meilensteine die Wall Street am Mittwoch schafft, dürfte nach den aufschlussreichen aber keinesfalls spektakulären Quartalszahlen kaum von HP abhängen. Auch von konjunktureller Seite steht nichts an, und so dürfte man auf dem Parkett einen weiteren dieser ruhigen Sommertage mit niedrigem Volumen sehen, an die man sich gewöhnt hat und die bis zum Labor Day anhalten dürften.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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