Wall Street: Nachbörslich notiert
Im Nebel geben nur ad-hoc-Meldungen halt

Nach einem uneinheitlichen Wochenauftakt für die US-Märkte ist der Handel am Dienstag vorab schwer einzuschätzen. Zum Wochenauftakt hatten sich Analysten gegenseitig widersprochen: Manche wollen einen Boden für die Aktien erkannt haben, andere wähnen diesen noch nicht einmal nahe.

Anleger unterdessen wussten mit der Nachricht von der Verhaftung eines mutmaßlichen El Kaida wenig anzufangen, und späte Kursstürze kurz vor der Schlussglocke gaben denen recht, die es schon immer gewusst haben: Im aktuell schwachen, pessimistischen und misstrauischen Umfeld deutet eine Rally nur darauf hin, dass Schnäppchenjäger auf der Welle einer Einzelmeldung rasche Gewinne einfahren wollten.

Damit könnte der Trend für die kommenden Handelstage und vielleicht sogar-wochen aber genannt sein: Investoren werden sich weiter auf Einzelmeldungen konzentrieren statt langfristig anzulegen. Das ist schlecht für die Handelskultur, aber nur logisch, wenn man den Tageschart einer Aktie wie Tyco betrachtet. Tagsüber erholt sich die Aktie, weil das Unternehmen einen seiner höchsten Rechtsberater feuert. Nach der Glocke bricht das Papier ein, weil die Rating-Agentur Fitch plötzlich aktiv wird und die Kreditwürdigkeit des Industrie-Multis abstuft. Die Aktie von Tyco ist auf lange Sicht ein fast unkalkulierbares Risiko, für kurzzeitige Gewinne ist sie dennoch gut.

Mehr denn je dürften daher in nächster Zeit Unternehmen im Mittelpunkt des Handelsgeschehens stehen, von denen es augenblicklich Neuigkeiten gibt. Das werden in den kommenden Wochen überwiegend Quartals-Updates sein - die bislang nur selten positiv ausgefallen sind, zumal die so radikalen wie erfolgreichen Kostensenkungen vieler Unternehmen ungehört verhallen, da der Markt längst auf die Zahlen zum Umsatz fokussiert ist und weniger auf den Anteilsgewinn achtet.

Folglich ist Nokia am Dienstag die Aktie des Tages. Der Handy-Hersteller wird sich zum laufenden Viertel äußern, und vorab ist man nicht eben hoffnungsfroh. 2,5 % verlor die Aktie zum Wochenauftakt, über Nacht erholte sie sich kaum. Düstere Aussichten von Konkurrenten wie zuletzt Ericsson belasten die Stimmung; man fürchtet, auch von Nokia ein Anhalten der Telekom-Flaute erklärt zu bekommen.

Auf der Verliererseite dürfte am Dienstag die Aktie von Idec Pharmaceuticals stehen, die über Nacht fast 10 % an Wert verloren hat. Das Unternehmen hat die Entwicklung des Medikaments Idec-131 vorerst gestoppt, nachdem in frühen Tests die Frage aufgekommen war, ob das Mittel zur Blutgerinnung beiträgt. Idec-131 war als Basismedikament für mehrere Anwendungen ausgelegt und als mögliches Blockbuster-Medikament auf einen Milliarden-Markt angesetzt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%