Wall Street: Nachbörslich notiert
Irak-Frage wiegt schwerer denn je

Da steh? ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor... - das dürften sich Anleger am Mittwochabend denken.

NEW YORK. Denn in der Tat hat zwar US-Außenminister Colin Powell vor der UNO eine überzeugende Rede gehalten, doch hat sie in der Irak-Frage weder die USA noch die Vereinten Nationen einen Schritt weiter gebracht. Die Unsicherheit belastet den Markt weiter und wohl noch eine Zeit lang.

Den Kursen sah man am Mittwoch an, dass die Sitzung des Sicherheitsrates zur Richtungsfindung nicht wirklich beigetragen hat. Sah es für (US-)Anleger anfangs so aus, als würde Powell mit seiner starken Rede, mit Satellitenfotos und Abhörprotokollen von inkriminierenden Telefonaten hoher irakischer Militärs die Partner in der Völkergemeinschaft auf US-Kurs bringen, so zeigte sich bald, das dem überhaupt nicht so war. Im Gegenteil:

Zahlreiche Länder, darunter mit China, Russland und Frankreich drei ständige Mitglieder des Sicherheitsrates, halten an ihrem Kurs fest und stemmen sich gegen einen Krieg im Golf. Powell unterdessen könnte mit seinem Auftritt bei der UNO einen Schritt in Richtung Kooperation gemacht haben. So sieht man das sogar im Weißen Haus und im Pentagon. Damit könnte ein Krieg unter Umständen weiter entfernt sein als vor Powells Rede, und für die Börse ist nur eines klar: Nichts ist klar.

Vor diesem Hintergrund dürften es die Märkte auch in den nächsten Tagen noch schwer haben. Auch gibt es wenig, was zumindest bis Ende dieser Woche noch einmal Schwung in die Börse bringen würde. Im Gegenteil: Am Freitag droht der Arbeitsmarktbericht, und es sind keine guten Nachrichten zu erwarten.

Vorher - am Donnerstag - stehen die Quartalskonferenzen von Pepsi und Coor?s, von Polo Ralph Lauren, von Nucor und Pixar an, sie alle dürften den breiten Markt nicht weiter beeinflussen. Von konjunktureller Seite gibt es Zahlen zur Produktivität, zu den Arbeitskosten und zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung.

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