Wall Street: Nachbörslich notiert
Kolumne: Bittere Verluste zum Wochenschluss

Der Markt ist wieder in der Realität angekommen. Zwei kleine Rallyes am Montag und Dienstag und ein frühes Solidaritäts-Plus am 11. September hatten mit der tatsächlichen Stimmung an der Wall Street nicht viel zu tun, und auch nicht mit der tatsächlichen konjunkturellen Lage.

WSC NEW YORK. Dass es am Donnerstag für den Dow um 200 Punkte in den Keller ging, dass die US-Börsen unterm Strich gut 2,5 % verloren, das kommt der Realität schon viel näher. Gründe gibt es viele, wieder aus dem Markt zu gehen und am Seiten-Aus Aufstellung zu nehmen. Präsident Bush denkt laut über einen Krieg gegen den Irak an und kündigt einen solchen einigermaßen offen an.

Fed-Chairman Alan Greenspan warnt vor einem Abdriften in eine neue Rezession, die nur die Regierung stoppen könne, und zwar durch drastische Sparmaßnahmen unter anderem im hochsensiblen Bereich der "Homeland Security", der Inneren Sicherheit, die mit dem Krieg gegen den Terror und mit dem Sicherheitsgefühl der Amerikaner einhergeht. Schlechte Daten vom Arbeitsmarkt spielen ebenso eine Rolle wie die Befürchtung, dass auch die Konjunkturdaten am Freitag enttäuschen könnten.

In der Tat: Experten rechnen mit weiter rückläufigen Einzelhandelsergebnissen, und die Lesung der Produzentenpreise dürfte Aufschluss auch über die Positionen Alan Greenspans geben. Die neuen Zahlen über das Verbrauchervertrauen - die Universität Michigan legt die erste Schätzung für September vor - dürften sich stark auf die Kauffreude oder den Verkaufsfrust der Investoren auswirken.

Schon fest steht, dass es die Aktie von Honeywell im Freitagshandel zerreißen dürfte - und mit ihm eine ganze Reiher schwerer Industrieaktien, die sich einen gemeinsamen Zyklus teilen. Honeywell hat am Donnerstagabend die Erwartungen für das laufende Quartal und das Gesamtjahr um fast 5 % heruntergefahren - man sehe weiter Schwäche in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau und sogar Rohstoffverarbeitung. Das zeichnet ein deutliches und negatives Bild für eine Reihe Industrieaktien, mit bitteren Verlusten dürften General Electric, Boeing und United Technologies rechnen.

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