Wall Street: Nachbörslich notiert
Kolumne: Schnäppchenjäger kommen und gehen

Zeitweise hatten die Blue Chips mehr als 200 Punkte zugelegt -, und am Abend meldete dann auch noch die Einrichtungskette Bed Bath & Beyond, die Quartal für Quartal zu den zuverlässigsten Lieferanten erfreulicher Zahlen gehört. Da kommt man als Beobachter schon mal wieder ins Schwärmen.

NEW YORK. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, eine leichte Oktoberbrise noch keinen Herbst und zwei, drei nette Meldungen von General Electric und United Technologies machen ganz bestimmt keine Rally. Dass es für die großen US-Indizes am Mittwoch so dick ins Plus ging hatte mehrere Gründe: Neben den positiven Updates der Zykliker war es eine Nachrichtenflaute an der konjunkturellen Front, die Volatilität nach oben ermöglichte.

Am Donnerstag dürfte die Welt wieder ganz anders aussehen, denn eine Flut von Konjunkturdaten - darunter Zahlen zu den Bestellungen langlebiger Güter, zu den Hausverkäufen und zum Arbeitsmarkt - könnten je nach Ausgang selbst anhaltende Kauflust ersticken. Außerdem legt die Notenbank Fed die Minutes der August-Sitzung vor, die einen Blick hinter die Kulissen des Offenmarktausschusses geben. Und da ist ja nicht eitel Sonnenschein, wie man weiß, hat es doch erst am Dienstag unerwartet Uneinigkeit in der Zinsfrage gegeben. Zwei Fed-Räte hatten für eine Senkung der Leitsätze votiert.

Von Unternehmensseite steht indes nicht allzu viel an. Der Protein-Riese Weider Nutrition wird Zahlen vorlegen, doch sorgt der eher bei seinen muskelbepackten Kunden im Fitness-Studio für Kraft, die Quartalszahlen dürften den Markt einigermaßen kalt lassen.

Bleiben die Zahlen von Bed Bath & Beyond - die lagen wieder einmal im Rahmen der Erwartungen. Das hängt natürlich mit der nach wie vor kräftigen Baubranche zusammen, von der ja nicht nur Hausbauer profitieren, sondern auch die Baumärkte, Möbelhäuser und Einrichtungsketten. Deren Ergebnisse kennt man indes schon, weshalb die Zahlen der Bett-und-Bad-Kette keinen nachhaltigen Einfluss auf die Wall Street haben dürften.

Mit der Rally dürfte es indes vorbei sein, weil schon am Mittwoch die Warner auftraten und die Kursgewinne bei Zyklikern wie High-Techs einer technischen Reaktion und nicht einer fundamentalen Verbesserung des Marktumfelds zuschrieben. Damit haben sie unbestritten recht, schließlich rufen Indizes auf Vier- und Sechs-Jahres-Tiefs Schnäppchenjäger auf den Plan. Die haben zugeschlagen, sie dürften sich bald zurückziehen.

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