Wall Street: Nachbörslich notiert
Kolumne: Warnungen, Hexensabbat, Kriegsangst – und kein Katalysator

NEW YORK. Im Januar hatte es schon einmal so ausgesehen, als hätten die US-Märkte die Wende geschafft. Überraschend schnell hatten sich Dow, Nasdaq und der breit gefasste S&P 500 von den Terror-Verlusten nach dem 11. September erholt - doch dann brachen sie noch mal ein und stürzten unter die Tiefstände. Danach ging es wieder vier Wochen aufwärts - bis zum Beginn der Warnsaison -, und am Donnerstag rissen die Indizes wieder alle Hürden um.

Mit dem Dow unter 8 000, dem S&P 500 unter 850 Punkten und der Nasdaq nur noch 11 Zähler über dem Juli-Tief machen sich Beobachter vor dem Wochenende keine Illusionen. "In diesem Markt ist es einfach besser zu verkaufen als zu kaufen", meint Bryan Piskorowski, Markt-Stratege bei Prudential Securities. "Die Warnsaison ist immer hart, das ist ein saisonales Problem. Dass gerade jetzt die Krisen in Nahost und im Irak überkochen, macht die Lage nicht einfacher."

In der Tat sind es wohl vor allem politische Themen, die den Markt bewegen. Trotz katastrophaler Umsatz- und Gewinnwarnungen von Marktschwergewichten wie EDS und JP Morgan hörte man am Donnerstag die meisten Trader über die Gefahr eines Golfkrieges diskutieren, der immer näher rückt, zumal George Bush nun einen entsprechenden Antrag an der Kongress gestellt hat.

Doch auch abseits des globalen und politischen Umfelds gibt es zur Zeit keinen Marktkatalysator, der einen Einstieg in Aktien ermöglichen oder gar erzwingen könnte. Am Freitag ist Hexensabbat, und der bringt hohes Handelsvolumen mit sich, da langfristige Futures und Optionen auslaufen. Hohes Volumen kann Hand in Hand gehen mit hoher Volatilität, doch die dürfte sich vor allem mit rotem Vorzeichen zeigen.

Nach dem Hexensabbat steht in der nächsten Woche die letzte Woche der Warnsaison bevor, in der noch einmal zahlreiche Firmen ihre Erwartungen nach unten revidieren dürften. Zugleich ist die kommende Woche die letzte im Quartal, auch damit dürften Volumen, Volatilität und Verluste in den Markt kommen.

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