Wall Street: Nachbörslich notiert
Kolumne: Weg zur historischen Talfahrt

Vor dem letzten Handelstag im August spricht nichts dafür, dass der Dow eine Talfahrt aufhalten kann, wie er sie seit 20 Jahren nicht gezeigt hat.

Wenn die Blue Chips am Freitag nicht um mindestens 63 Zähler zulegen, dann wäre der August der fünfte Minus-Monat in Folge - das ist ein weiteres historisches Tief.

Einer der Dow-Werte, die den Index zum Wochenschluss eher belasten als unterstützen dürften, ist der Flugzeughersteller Boeing. Bei dem stehen alle Zeichen auf Streik, nachdem das Unternehmen einem Aufruf der staatlichen Vermittler, ab nächster Woche weiter zu verhandeln, eine Absage erteilt hat. Man hält an dem "letzten und besten Angebot" fest, dass die Mehrheit der Mechaniker abgelehnt hat, und das von den Gewerkschaftsführern als unzureichend abgetan wurde.

Doch nicht nur die Industriewerte dürften am Freitag weiter schwach bleiben, auch auf dem High-Tech-Sektor lastet Druck - nach zwei Meldungen, die am Donnerstag nachbörslich kamen. Sun Microsystems hat eine Umsatzwarnung ausgesprochen und erklärt, man werde das laufende Quartal wohl am unteren Ende der Erwartungen beenden. Auch rechnet man mit einem erneuten Verlust. Dass Finanzchef Steve McGowan darauf hinwies, das laufende Quartal sei ein endlastiges, dass viele Abschlüsse erst in letzter Minute sehe, beruhigte Händler nicht: Sun Micro verlor nachbörslich und wird am Freitag wohl seinen Einfluss auf die Tech-Gruppe haben.

Zumal eine weitere Warnung von Novellus kommt. Anhaltend schwache Nachfrage hat das Management des Chip-Herstellers dazu gebracht, die Gewinnprognosen für das laufende Vierteljahr zu senken. Man rechnet nun mit einem Break-even. Nach den zahlreichen Abstufungen, die Chip- und-Zulieferer-Aktien erst am Donnerstag gesehen hatten, dürfte die Nachricht von Novellus für schwere Kurseinbußen sorgen.

Der einzige Strohhalm, der dem Markt noch bleibt, ist das Verbrauchervertrauen. Die neuesten Zahlen werden am Morgen kurz nach Handelsstart veröffentlicht, und eine positive Überraschung könnte das Ruder noch einmal herumreißen. Doch nach einer solchen Überraschung sieht es nicht aus. Die jüngsten Zahlen von Montag dieser Woche waren schwach ausgefallen und hatten ein Neun-Monats-Tief markiert - der Freitagswert ist ein wenig aktueller, doch angesichts einiger drohender Streiks und der überwiegend negativen Meldungen der vergangenen Tage ist mit einem Ausschlag ins Plus nicht zu rechnen.

© Wall Street Correspondents Inc.

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