Wall Street: Nachbörslich notiert
Kolumne: Zweifler überstimmen Optimisten

Allzu oft hatte man sich in den vergangenen Wochen an ein optimistisches Bild gewöhnt: War der Handel an der Wall Street tagsüber auch noch so schwach - in den letzten beiden Stunden kamen meist doch noch Käufer auf?s Parkett und trieben die Kurse an. Fehlanzeige jedoch am Mittwochabend, und das gibt Experten zu denken.

wsc NEW YORK. Denn der Mittwoch war geprägt von schlechten Nachrichten aus High-Tech- und Telekom-Branche, und da die beiden Hiobs - Nortel und Hewlett-Packard - vor allem in ihrem mittel- bis langfristigen Ausblick ungut gestimmt waren, stekkte man erstmals nach Tagen der Euphorie und des schönen Scheins die jüngsten Kursgewinne in Frage. Zurecht, denn der Markt braucht keine raschen Gewinne, sondern vor allem Zeit, um nach den Hieben und Stichen von Rezession, Terror und Bilanzbetrug wieder richtig zu genesen.

Dass der Dow im laufe des regulären Mittwochshandels mehrfach unter die 8700-Punkte-Markte gestürzt war und letztlich auch auf diesem schwachen Niveau schloss, gab selbst den Optimisten zu denken. So war es nicht verwunderlich, dass im nachbörslichen Handel die Zweifler die Optimisten überragten und sich die Kurse an Wall Street und Nasdaq kaum erholten.

An dieser zögernden Tendenz, die die US-Börsen noch viele Punkte kosten dürfte, wird sich in den nächsten Tagen nichts ändern. Weder aus den Reihen der Unternehmen noch aus dem konjunkturellen Umfeld ist mit irgendwelchen Veröffentlichungen zu rechnen, die das Vertrauen der Anleger in eine nachhaltige Erholung von Wirtschaft und Kursen rechtfertigen könnte. Im Gegenteil: Weitere schlechte Nachrichten zum verbrauchervertrauen am Freitag könnten - obwohl nicht ganz neu - dem Markt einen Schlag versetzen, der das Schiksal dieser Handelswoche als erster negativer nach einer Serie von fünf Plus-Wochen besiegeln könnte.

Auf dem Parkett haben Experten begonnen, auf den Dow zu setzen. Die Stimmen derer, die die Blue Chips bis in 2 Monaten unter 7500 Punkten sehen, sind lauter geworden. Haben die Pessimisten recht, dann fände sich der Sow schon bald unter seinem jüngsten Tiefstand vom 23. Juli, als der Standardindex mit 7702 Zählern ein Vier-Jahres-Tief markierte.

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