Wall Street: Nachbörslich notiert
Micron veröffentlich verwirrende Zahlen

Die Entscheidung der Fed, die Zinsen nicht zu senken und die Bewertung der Risiken für die US-Konjunktur bei "Negativ" zu belassen, hatte man allgemein erwartet.

NEW YORK. Lediglich ein Detail gibt Anlegern und Analysten in bezug auf die Notenbank-Debatten zu denken. Ausnahmsweise votierten die Abgeordneten unter Chairman Alan Greenspan nämlich nicht einstimmig dafür, die Leitsätze auf den gegenwärtigen Niveaus zu belassen. Zwei der 12 obersten Währungshüter stimmten für eine weitere Zinssenkung, um Liquidität freizusetzen und den Markt zu stützen. Sie konnten sich nicht durchsetzen, doch legen sie die Befürchtung nahe, man hätte vielleicht doch etwas tun und nicht den Dezember abwarten sollen, in dem die Mehrheit der Händler einen nächsten Zinsschritt erwartet.

Schnell reagieren kann die Fed ausgerechnet in dieser unsicheren und spannenden Phase der Konjunktur nicht: Das Komitee tagt erst wieder im November - der Oktober ist Fed-freier Monat.

Nachdem sich zahlreiche Chip-Werte am Dienstag von den jüngsten Verlusten ein wenig erholt hatten - trotz schlechter Nachrichten aus dem Sektor schaffte die Branche ein kleines technisches Plus -, wartete man gespannt auf die Quartalszahlen von Micron. Und wartete. Und wartete. Die Zahlen des Chip-Herstellers kamen spät und unübersichtlich, und sie ließen nur einen Schluss zu: Man hat etwas zu verbergen.

Denn das Management gab Zahlen nur verschlüsselt aus. Während die Analysten mit einem Fehlbetrag von 19 Cent pro Aktie gerechnet hatten, erklärte Micron einen Verlust von 97 Cent - nach Abzug außerordentlicher Posten. Abzuziehen, so das Management, seien einmal 58 Cent pro Papier und einmal 174 Mill. $, und so sollte es Stunden dauern, bis Experten ein Ergebnis parat hatten, das einen zuverlässigen Vergleich mit anderen Branchenriesen ermöglichte. Unterm Strich scheint es, als habe man den Verlust über die Erwartungen gesteigert, den Umsatz aber erhöht. Auf Grund der letztlich schwachen Zahlen und der wirren Vertuschung der Ergebnisse trennten sich Anleger erst einmal von ihren Papieren - Micron verlor nach der Schlussglocke etwa 5 %.

Nach einem nachrichtengespickten Dienstag sieht der Stundenplan für Mittwoch nicht viele Meldungen vor. Aus dem konjunkturellen Umfeld stehen Zahlen zu den Hausverkäufen an, außerdem meldet mit Bed, Bath & Beyond eine der stärksten Einzelhandelsketten: Das Unternehmen verkauft Einrichtungsgegenstände und Accesoires für Schlafzimmer und Toiletten und profitiert ebenso vom Bau-Boom wie Home Depot, Lowe?s und der Konkurrent Pier One.

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