Wall Street: Nachbörslich notiert
Nach der Achterbahnfahrt droht ein roter Freitag

Und auch der Analyst weiß nicht, ob er ein Wash-Out samt Trendwende oder nur ein weiteres Aufbäumen der Börse gegen den alles erdrückenden Bärenmarkt in die Kurssprünge interpretieren soll.

NEW YORK. In New Yorks altehrwürdigem Seebad Coney Island ist der Herbst eingekehrt. Wo einst das pralle Leben tobte und heute nur noch die Russenmafia, da bummeln nur noch wenige Pärchen über die Holzbohlen der alten Strandpromenade. Der "Cyclone" ist seit Wochen geschlossen, jene legendäre Achterbahn, deren wacklige Holzkonstruktion auch dem Tapferen spitze Schreie entlockt.

Doch wenn auch die Achterbahn am Strand nicht mehr geht, so wäre man doch gerne an der Wall Street mitgefahren. Hui, war das ein Auf und Ab zur Wochenmitte. 200 Punkte runter, 200 Punkte rauf - da vergehen dem Anleger Hören und Sehen, und auch der Analyst weiß nicht, ob er ein Wash-Out samt Trendwende oder nur ein weiteres Aufbäumen der Börse gegen den alles erdrückenden Bärenmarkt in die Kurssprünge interpretieren soll.

Nach Börsenschluss blieb es ruhig an den amerikanischen Aktienmärkten. Nach einer atemberaubenden Kletterpartie war den Anlegern die Kraft ausgegangen. Lediglich einige wenige Aktien konnten sich in direkter Folge ihrer Quartalskonferenzen noch verbessern, darunter war allerdings nicht Juniper, der zweitgrößte Netzwerker nach Cisco, dem man bei einem positiveren Ergebnis gerne Indikatorwirkung für die Branche zugeschrieben hätte.

Aus den Spätnachrichten dürften die High-Tech-Werte nun keine Kraft für den Freitagshandel ziehen. Und die Prognose für einige andere Sektoren fällt nicht allzu gut aus. Nachbörsliche Gewinnmitnahmen hatten schon Minuten nach Börsenschluss gezeigt, dass von einer Anschlussrally ins Wochenende nicht unbedingt auszugehen ist. Und ein Blick auf den Kalender zeigt, dass zwei Schlüsseldaten eine solche auch absolut unmöglich machen könnten.

Am Freitagmorgen werden zunächst die Einzelhandelsdaten veröffentlicht. Nach teilweise drastischen Umsatzrückgängen, die Firmen bereits am Donnerstag gemeldet hatten, ist von keinem guten Indexstand auszugehen. Das wiederum geht Hand in Hand mit dem Verbrauchervertrauen, das laut Expertenmeinung noch einmal zurückgegangen sein dürfte. Die Forschungsgruppe der Universität Michigan legt am frühen Vormittag ihre Oktoberschätzung vor, und diese könnte den Markt rot ins Wochenende schicken.

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