Wall Street: Nachbörslich notiert
Nach der Kriegsangst droht der Hexensabbat

Nach zwei Wochen im roten Bereich haben die US-Börsen am Montag einen starken Wochenstart hingelegt - seither geht?s abwärts. Vor dem Hintergrund der Reden von Präsident George W. Bush und Außenminister Colin Powell ließ die Vorstellung über einen nahen Irak-Krieg am Donnerstag die eigentlichen Börsennachrichten vergessen.

NEW YORK. Zum Wochenschluss ist nun schwer zu sagen, welche Nachrichten auf dem Parkett das Übergewicht halten und den Handel beeinflussen werden. Da allerdings außer einer finalen Lesung des Bruttoinlandsproduktes zum längst vergangenen dritten Quartal keine Konjunkturdaten anstehen, und da auch von Unternehmensseite keinen nennenswerten Nachrichten kommen, dürfte das Thema Golf noch einmal eine Rolle spielen.

Das dürfte auf den Markt umso schwerer wiegen, als am Freitag Hexensabbat ist und mit einem hohen Handelsvolumen gerechnet wird. Bereits in den vergangenen Tagen wurden auf dem Parkett wieder mehr Anteile verschoben, das Volumen dürfte gipfeln, wenn zum Wochenschluss Futures, Optionen und Index-Optionen auslaufen und Anleger - darunter vor allem die großen Fonds - massiv die Portfolios umschichten dürften.

Doch nicht nur Portfolios werden umgeschichtet, sondern auch die Indizes. Für einige Unternehmen im Nasdaq und im marktbreiten S&P 500 ist der Freitag der letzte Handelstag im jeweiligen Index.

Gravierend sind die Umschichtungen im Nasdaq 100, aus dem Hightech- und Biotech-Werte wie Abgenix, Andrx, Applied Micro Sircuits, Conexant, ImClone, I2 Technologies, Protein Design Labs, PMC-Sierra, Rational Software und Vitesse Semiconductors gestrichen werden. Neu in den Index kommen unter anderen die Einzelhändler Ross Stores, PetsMart und Whole Foods Market, der Trickfilmer Pixar und Lamar Advertising, alles Unternehmen der "old economy".

Die Neuzugänge, die dann ab nächster Woche im Index geführt werden, dürfen sich wohl über Kursgewinne freuen, denn sie müssen von Index-orientierten Fonds nachgekauft werden. Entsprechend werden die selben Fonds am Freitag reihenweise Papiere abstoßen, die fortan nicht mehr im Index laufen.

Unterm Strich deutet viel darauf hin, dass die US-Börsen am Freitag den vierten Tag in Folge mit negativer Tendenz handeln werden. Allerdings hoffen einige Experten auch darauf, dass sich unverhofft der Januar-Effekt einstellt, der nach historischer Beobachtung Ende Dezember einsetzt und vor allem die Aktien einiger kleiner Unternehmen beflügelt.

Für viele Trader ist das Börsenjahr am Freitag so gut wie vorbei. Die kommende Woche ist durch den Weihnachtstag am Mittwoch, den 25. unterbrochen, danach folgen noch die beiden letzten Dezembertage und das Jahr ist gelaufen. Ein gutes Jahr war es nicht, für viele Experten leider auch nicht das letzte schlechte. Die Analysten von JP Morgan haben in dieser Woche eine Voraussage getroffen, nach der 2003 das vierte Jahr in Folge wird, in dem der S&P 500 mit Verlusten schließt.

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