Wall Street: Nachbörslich notiert
Nach der Positionierung geht’s wieder um Zahlen

Wenn die ersten drei Tage dieser Woche der Positionierung der Anleger dienten, und wenn jeder Tag nur eine technische Reaktion auf den Tag davor war, so könnten zum Wochenschluss wieder fundamentale Zahlen und Daten das Marktgeschehen an der Wall Street bestimmen.

wsc NEW YORK. Aus dem konjunkturellen Umfeld und von Seiten der Unternehmen bricht eine Datenflut aufs Parkett. Doch heißt das, dass die Märkte eine Richtung finden? - Nicht unbedingt. "Wir werden in den nächsten Tagen noch weiterhin horizontal handeln", meint Tom Schrader, Parkettchef von Legg Mason. "Zum Jahresende dürfte es dann aber eine Rally geben." - Dieser Optimismus ist lobenswert, aber sicherlich mit Vorsicht zu genießen.

Zunächst werden am Donnerstagmorgen die ersten einer Vielzahl von Konjunkturdaten vorgelegt, darunter die Handelsbilanz zum dritten Quartal und die Importpreise, weitere Daten zu den Einzelhandelsumsätzen und den Erstanträgen aus Arbeitslosigkeit. Letztere dürften in der vergangenen Woche wieder gestiegen sein, davon gehen jedenfalls die Analysten an der Wall Street aus. Dieser Pessimismus markiert nach den jeweils euphorischen Kommentaren zu sinkenden Zahlen in den Vorwochen eine Trendwende, und die dürfte mit dem schlechten Arbeitsmarkt zusammenhängen, der in der vergangenen Woche erklärt wurde.

Aus dem Einzelhandel erhofft man sich die Endabrechnung für November, den Monat vor dem Weihnachtsgeschäft. Letzteres läuft seit zwei Wochen nur sehr schwach, und wenn nun rückblickend auch die Umsätze des Vormonats enttäuschen, dann dürften einige Unternehmen Schwierigkeiten haben, ihre Quartalsprognosen noch zu erfüllen. Die Einzelhandelsaktien stehen am Donnerstag unter besonderer Beobachtung.

Zahlen gibt es am Donnerstag auch von einigen Unternehmen, unter anderem aus dem Hightech-Bereich. Der Software-Hersteller Adobe Systems nimmt zum abgelaufenen Quartal Stellung, ebenso der Netzwerker Ciena, dessen Kurssprung in den vergangenen zwei Monaten die Analysten von SG Cowen am Mittwoch noch als "unreif" abtaten. Die Aktie hat seit ihrem Oktobertief um mehr als 120 % zugelegt. Nach Aussage der Analysten dürfe Ciena zwar im Rahmen der Erwartungen melden und somit einen Verlust von "nur" 17 Cent pro Aktie melden, do sei der Markt für die gebeutelte Branche längst nicht durchsichtig genug, um weitere Kursgewinne zu rechtfertigen.

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