Wall Street: Nachbörslich notiert
Nach Intel verwirrt IBM – ohne Folgen

Am Dienstag hatte Intel mit seinen Zahlen verwirrt - am Mittwoch legte IBM nach. Ist das die neue Offenheit, mit der amerikanische Unternehmen ihre Bilanzen darstellen? Die Antwort auf diese Frage und was sonst noch auf dem New Yorker Parkett passierte und den heutigen Tag beeinflussen könnte...

wsc NEW YORK. Müssen sie nun so viele unterschiedliche Zahlen veröffentlichen, dass selbst Bilanzexperten eine Stunde rechnen und in der Telefonkonferenz beim Finanzchef nachhaken müssen? - Sicher nicht. Ein Ergebnis unterm Strich würde Analysten und Investoren eher weiterhelfen.

Was war passiert? - IBM hätte die Wall Street mit einem Quartalsgewinn von 3 Cent pro Aktie geschockt, nachdem Experten mit einem Plus von 83 Cent gerechnet hatten. Dann hieß es, man habe die außergewöhnlichen Kosten für Restrukturierungen und Entlassungen nicht herausgerechnet, obwohl das auch in der Bilanzkrise üblich ist. Nun bleibt IBM ein Gewinn von 84 Cent und damit ein Ergebnis über den Prognosen.

Doch damit nicht genug: Das Management wollte nachträglich die hohen Verluste der Festplatten-Sparte aus der Bilanz kegeln, denn diese sei schließlich an Hitachi verkauft. Einen Gewinn von 89 Cent will man sehen, doch sorgt diese Offensive nun für Aufsehen. Denn zwar hat man sich mit Hitachi über den Deal bereits geeinigt, doch ist das Geschäft noch nicht getätigt, der Zuschuss-Betrieb nach wie vor ein Teil von IBM. Investoren machten sich am Mittwochabend nichts mehr draus, sie hielten den Kurs der Aktie stabil im Plus.

Stabil handelte nach der Glocke auch AMD, obwohl der zweitgrößte Chiphersteller und damit größte Intel-Konkurrent die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt hatte. Mit einem Quartalsverlust von 54 Cent schloss man 9 Cent schlechter ab als erwartet - am Vortag hatte auch Intel enttäuscht. Auf beide Nachrichten reagiert der Markt nicht.

Auf die schlechten Zahlen von Siebel Systems hingegen schon. Die Aktie verliert dramatisch, nachdem der Software-Hersteller deutlich unter den Prognosen meldete. Ob diese sich weiter auf den Markt am Donnerstag auswirken werden, ist zu bezweifeln - viel mehr dürften sich die Investoren um die Ergebnisse des Branchenführers Microsoft kümmern, der seinerseits über die vergangenen drei Monate sprechen wird.

Zu den übrigen Unternehmen, die am Donnerstag melden, gehören der Dow-notierte Konsum- und Lebensmittelriese Philip Morris sowie EMC, Ebay, Delta Air Lines, Lockheed Martin, Peoplesoft und Sun Microsystems.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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