Wall Street: Nachbörslich notiert
Neues von Hightechs und der Konjunktur

Schon im Montagshandel waren es Hightech-Aktien, die weltweit die größten Schlagzeilen machten, und die vor allem den Handel an amerikanischen Börsen maßgeblich beeinflussten. Bis Wochenmitte wird das so weitergehen, denn zwei Big Caps werden die Bücher öffnen.

wsc NEW YORK. Am Dienstag wird der Chiphersteller Micron Quartalsergebnisse vorlegen. Das Unternehmen ist nach wie vor weit von der Profitabilität entfernt, Analysten erwarten einen Verlust von 23 Cent pro Papier für die abgelaufenen drei Monate. Je nach Ausblick könnte die Aktie für Anleger aber aufgrund ihrer Bewertung interessant sein. Micron beteiligte sich an der Rally im vierten Quartal nur im Oktober - im November brach die Aktie wieder ein und notiert nun auf 13 $ nahe ihres Vier-Jahres-Tiefs.

Ob?s was wird mit dem Ausblick? Einige Analysten haben den Tech-Sektor zuletzt aufgewertet, der allgemeine Optimismus für Chip- und Computeraktien hält sich allerdings in Grenzen. Ausgerechnet im Chip-Sektor dürfte sich zudem die Konkurrenzsituation verschärfen: IBM kommt mit einem neuen Halbleiter, der 80 % kleiner und 70 % billiger sein soll als vergleichbare Chips. Micron wird sich mit diesem Problem ebenso auseinandersetzen müssen wie mit allgemein sinkenden Preisen und der Rückkehr in die Gewinnzone.

Der zweite große Big Cap, der im Laufe der Woche einen Rückblick und hoffentlich einen Ausblick gibt, wird Oracle am Mittwoch sein.

Am Dienstag gibt es indes noch Ergebnisse von Best Buy und Circuit City zu verarbeiten. Hightech und Unterhaltungselektronik - und auch da sind Chips drin - muss ja nicht nur hergestellt, sondern vor allem an den Kunden gebracht werden. Auch das scheint nur über Sonderangebote zu gehen, aber immerhin besser als in den vergangenen Quartalen. Vor den Konferenzen der beiden größten US-Elektronikhändlern rechnet Aram Rubinson, Analyst der Banc of America, mit guten Umsätzen aber schwachen Gewinnen.

Außerhalb der High-Tech-Branchen wird man erfahren, ob die Terror-Angst in Amerika auch die Nachfrage der Bürger nach Waffen im eigenen Haus beeinflusst hat. Der legendäre Waffenhersteller Smith & Wesson wird Ergebnisse vorlegen.

Diese werden dem Markt am Dienstag aber höchstens eine Anekdote geben, den Handel dürften sie weniger beeinflussen. Der wird nach einer Nachrichtenflaute am Montag unterdessen auch von konjunktureller Seite eine Richtung bekommen. Angaben zu Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung, zu Realeinkommen und Konsumentenpreisen sowie ein Blick auf den Häusermarkt geben einen Einblick in die Ökonomie. Zuletzt war das allerdings nicht immer hilfreich, da sich Zahlen oft widersprochen haben.

Eine Schlussfolgerung ist vielleicht schon zwei Wochen vor Jahresende gestattet. Der Markt, der momentan eher unentschlossen vor sich hin dümpelt und an Volumen verliert, dürfte sich in den letzten beiden Wochen des Jahres nicht mehr dramatisch erholen und an Dynamik wohl nicht gewinnen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%