Wall Street: Nachbörslich notiert: Schwache US-Hightechs bauen Verluste aus

Wall Street: Nachbörslich notiert
Schwache US-Hightechs bauen Verluste aus

Das hatte man sich schön ausgedacht: Nachdem es vor allem der unerwartete Tonband-Auftritt des tot geglaubten Top-Terroristen bin Laden war, der die Märkte am Dienstagnachmittag ins Minus drückte, sollte man sich nach Handelsschluss auf ein paar Quartalszahlen konzentrieren, und neue Hoffnung auf einen Turnaround schöpfen.

Nichts da - die Zahlen enttäuschten. Zuerst die von Applied Materials. Der größte Chipzulieferer der Welt weist für das abgelaufene Jahr einen Verlust von 66 Mio. $ und damit über dem des Vorjahresquartal und über den Erwartungen aus. Das Management klagt, dass sich Chipfirmen weiterhin mit Investitionen zurückhielten, dass neue Fabriken nicht gebaut und alte nicht aufgerüstet würden. Man hat "keine Aussicht auf eine anstehende Verbesserung der Situation im IT-Bereich" und kündigt Einsparungen und Entlassungen an.

Ähnliches hat man sicherlich zumindest bei Goldman Sachs und Merrill Lynch erwartet - die beiden Analystenhäuser hatten bereits am Dienstagmorgen eine negative IT-Prognose abgegeben und damit den Markt negativ beeinflusst. Bei Goldman Sachs geht man davon aus, dass die Ausgaben der Unternehmen für neue Geräte und Infrastruktur im laufenden Jahr erneut um 10 % fallen werden. Bei Merrill Lynch unterdessen heißt es, die IT-Investitionen würden sogar bis in 2003 hinein schwach bleiben.

Ähnlich düster sieht es Sycamore Networks aus. Das Unternehmen weist zwar einen Verlust aus, der nicht ganz so dramatisch ausfällt wie im Vorjahresquartal, doch können Investoren nicht zufrieden sein. Die Investitionen gingen auch im Telekombereich weiter zurück, so das Management, wenngleich nicht mehr so stark wie früher.

Network Appliances unterdessen, ein Hersteller von Datenspeichersystemen, hat seinen Gewinn für das dritte Quartal fast verdreifacht. Einen Gewinn von 6 Cent pro Aktie weist man aus, nachdem die Erlöse für das erste Quartal um 15 % auf 228,5 Mio. $ stärker angestiegen sind als die Kosten, die nur um 6,1 % zunahmen. Anleger beeindruckt das nicht - die Aktie rutschte nachbörslich ebenso ins Minus wie die übrigen Hightech-Papiere.

In wie weit der Hightech-Sektor die Börse am Mittwoch dominieren wird, bleibt abzuwarten. Nach wie vor dürfte die geopolitische Situation im Vordergrund stehen, zumal Fed-Chef Alan Greenspan seine mit Kritik an der Regierung Bush gewürzte Rede vor dem Senat am Vormittag noch einmal im Repräsentantenhaus wiederholen wird, wobei er eher noch einmal nachwürzen dürfte als zu entschärfen.

Von Seiten der Unternehmen gibt es am Mittwoch weitere Quartalszahlen, und zwar von Coca-Cola, Campbell Soup, Cox Communications, Fox Entertainment, Viacom und TMP Worldwide, der Mutter der Online-Jobbörse Monster.com.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%