Wall Street: Nachbörslich notiert: Sicherheitsrat hat die Zügel in der Hand

Wall Street: Nachbörslich notiert
Sicherheitsrat hat die Zügel in der Hand

Der 10. Oktober 2002 war einer der dramatischsten Börsentage der jüngeren Geschichte. Nach einem schwachen Start stürzte der Dow Jones auf ein Intraday-Tief von 7177 Punkten, markierte damit auch ein Fünf-Jahres-Tief, ehe sich die Wall Street aufrappelte und den Index in einer heißen 400-Punkte Rallye auf 7533 Punkten schließen ließ.

Am 10. März 2003, genau ein halbes Jahr später, schloss der Dow auf 7568 Punkten - gerade mal 35 Punkte über dem Tageshoch dieses historischen Tiefpunkts des Index. Die Oktober-Tiefs sind nahe, weitere historische Verluste nicht auszuschließen.

Schon zum Wochenbeginn sorgten eine immer hektischer werdende Irakdebatte, die Nachwehen eines schwachen Arbeitsmarktberichts, die Sorgen eines Fed-Präsidenten um die Stabilität zweier Kreditriesen und der allgemeine Pessimismus in allen anderen Bereichen für Kursstürze, die wenig Hoffnung auf einen baldigen Turnaround machen.

Im Gegenteil: Immer mehr setzt sich der international lange gehegte Gedanke durch, dass mit einem Krieg nicht weniger, sondern mehr Terrorismus kommt, dass eine friedliche Abrüstung des Irak ein Ziel ist, das auch für die USA (und Großbritannien) weiter verfolgt werden sollte. Und dass... huch, da sind wir vom Thema Börse schon wieder zum Thema Krieg gerutscht.

Aber so ist das dieser Tage - der Parketthandel dreht sich um fast ausschließlich dieses eine Thema. Deshalb dürfte der Dienstagshandel auch weitgehend vom Ausgang der Sicherheitsratskonferenz bei den Vereinten Nationen abhängig sein. Bleiben die USA bei ihrem bereits angekündigten Ultimatum an den Irak? Verlängern sie die Frist für die UN-Inspekteure? Geben sie sich etwa geschlagen und stimmen einer weiter friedlichen Abrüstung zu? Letzteres ist nicht im Bereich der Möglichkeiten, über den man an der Wall Street ernsthaft nachdenkt, doch allein der Dienstagvormittag dürfte die Tendenz für die nächsten Tage und Wochen festlegen.

Aus dem wirtschaftlichen und Börsenumfeld kommt hingegen wenig Weg weisendes. Ein Bericht über die Lagerbestände im Großhandel (für Januar) dürfte den Markt ebenso wenig interessieren wie die Quartalszahlen von Ann Taylor, dem Ketchupriesen Heinz oder dem Einrichtungshaus Williams Sonoma.

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