Wall Street: Nachbörslich notiert: Stimmungsumschwung an der Börse

Wall Street: Nachbörslich notiert
Stimmungsumschwung an der Börse

Was für ein Stimmungsumschlag - und ein Lehrstück darüber, warum Anleger, ob long oder short, am Freitag stets ihre Positionen schließen. Man weiß halt nie, was an zwei handelsfreien Tagen passiert. Im Irak ist viel passiert, der anfangs fast blind optimistische Angreifer stößt auf Widerstand, und an der Wall Street wird eine 1100-Punkte-Rallye zu einem 300-Punkte-Sturz.

wsc NEW YORK. Dass es tief runter gehen würde, war eigentlich am Wochenende schon klar. Bilder von toten und gefangenen US-Soldaten, der Abschuss eines britischen Jets durch die Amis, tödliche Handgranaten im Lager Pennsylvania,... so viele schlechte Nachrichten steckt der Markt ebenso wenig weg wie die militärische Führung. Und dass Don Rumsfeld den starken Mann markiert und den Irakern mit Klage droht, weil sie mit ihrer Kriegsdokumentation die Genfer Konvention verletzen - Amerika überträgt den Krieg auf unzähligen Kanälen live und rund um die Uhr! - das beeindruckt Anleger nicht.

Dass die Kurse am Montag auch nach einem steil abfallenden Start im Tagesverlauf nach unten gingen, und dass das Verhältnis von Gewinnern zu Verlierern auf 1:18 fiel, das alles spricht dafür, dass die grüne Woche an der Wall Street vorbei ist.

Allerdings lassen sich aus dem Tages- und dem nachbörslichen Handel zur Zeit keine Schlüsse auf den Handel am nächsten Tag oder gar für den Rest der Woche ziehen. Das mag bedingt möglich sein, solange Unternehmensmeldungen und Konjunkturdaten den Markt prägen. Im Krieg unterdessen reagiert der Markt sensibel auf die Nachrichtenlage aus dem Irak, und jedes gewonnene Gefecht kann wieder eine Rallye auslösen, Gefangennahme oder Tod von Saddam Hussein würden auch für Euphorie und satte Gewinne sorgen - kommen die Amerikaner im Straßenkampf weiter nicht voran, dann dürften die Punktgewinne der letzten Tage bald Geschichte sein.

Die Börse ist in diesen Tagen sehr volatil, sogar sehr labil. Und selten konnte man das Sprichwort "Wie gewonnen so zerronnen" so auf die Wall Street anwenden als in einer Zeit, in der ein Gerücht auf CNN oder eine Bemerkung von einem Vier-Sterne-General die Welt verändern kann.

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