Wall Street: Nachbörslich notiert
Vor dem Wochenende spricht der US-Verbraucher

Der Tag nach der Rallye hat es gezeigt: Nichts ist entschieden an der Wall Street. Deutlicher hätte sich die Unentschlossenheit der Anleger gar nicht zeigen können, immerhin ging der Dow nach einem äußerst volatilen Tag nahezu unverändert aus dem Handel - allein die Nasdaq rutschte wieder ab und gab die Gewinne vom Vortag weitgehend ab.

wsc NEW YORK. Wie geht es weiter? - Stimmung und Handel zum Wochenschluss dürfte wohl sehr davon abhängen, wie das Verbrauchervertrauen für den Juni ausgefallen ist. Die Universität Michigan wird die aktuellen Zahlen am Morgen vor Handelsbeginn vorlegen. In einem emotionalen Umfeld, in dem Stimmungen und Gerüchte den Dow zuletzt um gut und gerne 200 Punkte nach oben oder unten verschoben, ist vor dem Bericht über Wohl und Weh des Konsumenten eine Prognose unmöglich.

Ebenso undurchsichtig ist, was vom Analystentreffen des Software-Riesen Microsoft verlautete. Ein Zuhörer hatte am Donnerstagabend noch erklärt, Bill Gates hatte sie schwächste Rede seiner Laufbahn gehalten - uninspiriert und ideenlos sei er aufgetreten. Gründe in Microsoft zu investieren seien nicht auszumachen.

Andere Beobachter haben Gates? Worte ganz anders im Ohr. So habe der Oberste Nerd kämpferisch und optimistisch geklungen, als er unter anderem ankündigte, den Bereich Forschung und Entwicklung zu stärken und 5000 neue Leute einstellen zu wollen - das wäre immerhin ein Plus von 10 % zur aktuellen Belegschaft. Gates habe viel über seine .net-Vision gesprochen, jenes Netzwerk, mit dem das Unternehmen vom PC als subjektivem Gerät auf eine ganz neue Stufe klettern will.

Viele der 240 Analysten, die Gates zuhörten, werden ihre Interpretationen am Freitag wohl vor Handelsbeginn vorlegen, Investoren dürfen sich dann ihren Weg durch den unübersichtlichen High-Tech-Dschungel schlagen.

Die übrigen Werte im Technologie-Umfeld dürften sich erneut nach den am Donnerstag schwachen Chips richten. Nach den schwachen Aussichten, mit denen Taiwan Semiconductor den Sektor geschwächt hat, kamen am Abend keine neuen Meldungen. So scheint es unwahrscheinlich, dass sich der Sektor von seinem 10 %-Sturz vor dem Wochenende erholt.

Zu den wenigen Unternehmen, die am Donnerstagabend ihre Bücher öffneten und den Markt zum Wochenschluss bewegen könnten, gehört der Netzwerker JDS Uniphase. Das Unternehmen hat die Erwartungen der Analysten verfehlt und weist statt eines Verlusts von 3 Cent ein Minus von ganzen 10 Cent aus. Der Umsatz sei um 63 % zurück gegangen, so das Management, die Gewinne um 15 % - das sind keine Zahlen, die eine Erholung des Sektors einleiten könnten.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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