Wall Street: Nachbörslich notiert
Warnungen stoppen Rallye zum Quartalsende

Zum einen haben die Tiefstpreise von Dienstag erwartungsgemäß Schnäppchenjäger auf den Plan gerufen. Zum anderen steht das Quartalsende bevor und Fond-Manager betreiben "window dressing", das heißt, die treiben die Kurse hoch, um ihre Performance aufzupolieren.

NEW YORK. Am späten Donnerstagabend - kaum war die Glocke verklungen - schien dann klar, dass es sogar früher abwärts gehen müsse als Fonds-Managern lieb sein konnte. Denn zwei Meldungen von Dow-Schwergewichten dürften den Index und letztlich auch den Markt zum Wochenschluss massiv unter Druck setzen.

Zum einen setzte der Telekomriese SBC Communications auf die allgemeine Schwäche in der Branche noch eines drauf. Das Management hat erklärt, einerseits noch einmal weitere 11 000 Mitarbeiter entlassen und außerdem die Kapitalinvestitionen herunterfahren zu wollen. Man bezeichnet entsprechende Maßnahmen als "überlebenswichtig" für das Unternehmen.

Nicht minder schwer dürfte eine Warnung von Philip Morris auf die Blue Chips drücken. Der weltgrößte Tabakhersteller sieht sich in einem zunehmend schlechteren Umfeld und hat schwer mit der Konkurrenz durch Billigmarken und mit den hohen Steuern zu kämpfen. Die Aktie hatte bereits vor zwei Monaten nachgegeben, als erstmals von höheren Werbekosten die Rede war - jetzt präzisiert der Vorstand die Sache. Die höheren Kosten dürften das Gewinnwachstum in 2002 auf 3 bis 5 % reduzieren, und auch in 2003 dürfte man (wohlgemerkt von einem reduzierten Wert ausgehend) nicht mehr als 8 bis 10 % erwarten.

Aus dem Software-Sektor kam unterdessen die Meldung, dass Manugistics den Verlust vom Vorjahresquartal verdoppelt hat. Manugistics stellt Unternehmens-Software her und beweist mit seinen schwachen Quartalszahlen sehr deutlich, dass von einer Trendwende im High-Tech-Bereich noch nicht zu reden ist.

Zu den Daten, die den Freitagshandel zusätzlich belasten könnten, gehören die Zahlen zum Verbrauchervertrauen. Der Frühindikator wurde am Dienstag bereits unter dem Vorjahresniveau bekannt gegeben - wenn auch über den Prognosen des Marktes. Die liegen nun nur noch leicht unter den jüngsten Vergleichzahlen. Enttäuschen die wahren Zahlen, dürften den US-Börsen nach zwei Tagen im satten Plus wieder dreistellige Verluste bevorstehen.

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