Wall Street: Nachbörslich notiert: Warten auf Cisco – und auf Colin Powell

Wall Street: Nachbörslich notiert
Warten auf Cisco – und auf Colin Powell

Wie dunkle Wolken hingen der Absturz der Raumfähre Columbia und die nach wie vor schwelende Irakkrise am Montag über dem New Yorker Handel. Für die Wall Street haben beide Themen höchst unterschiedliche Auswirkungen, und das wird sich schon in den nächsten Tagen zeigen.

Das Thema Columbia dürfte für die Börse bereits am Dienstag vom Tisch sein. So schrecklich die Tragödie ist, und so sehr die NASA finanziell und in ihrer Forschung unter dem Umglück leidet, so wenig spielt es für Corporate America eine Rolle. Obwohl 90 % des mehr als 14 Mrd. $ schweren Etats der Raumfahrtbehörde an Unternehmen gehen, die sich um den Bau der Raketen und die Ausbildung der Astronauten kümmern, dürfte nach Meinung verschiedener Analysten keines über Gebühr unter einer Zwangspause der NASA leiden.

Selbst für Boeing, Lockheed Martin und Alliant Techsystems, die drei größten Unternehmen in direktem Zusammenhang mit der Columbia, gibt es zwei Tage nach dem Unglück Kaufempfehlungen, zum Beispiel von Sam Pearlstein von Wachovia Securities. Der rät zum Kauf bei Schwäche, da die Unternehmen nicht nachhaltig Schaden nehmen dürften.

Das Thema Irak hat einen ungleich stärkeren Einfluss auf die Börse - allerdings ist am Dienstag wohl noch Abwarten angesagt. Erst am Mittwoch wird der US-Außenminister Colin Powell vor der UNO sprechen, und dort soll er nach Ankündigung seines Dienstherren George W. Bush neue Beweise dafür vorlegen, dass Saddam Hussein die Bestimmungen der Irak-Resolution missachte. Aus Powells Rede dürfte der Markt Schüsse ziehen auf eine eventuelle Unterstützung der USA durch den Völkerbund, andererseits wird man erneut über den Zeitplan eines möglichen Krieges debattieren. Am Dienstag unterdessen dürften Anleger nicht vorgreifen, sondern durch einen ruhigen Handel gehen.

Zunächst dürften hingegen Hightech-Aktien im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stehen, darunter die Papiere von Cisco. Der Netzwerkriese wird am Dienstag - allerdings erst nach Börsenschluss - Quartalszahlen veröffentlichen. Bei Lehman Brothers geht man davon aus, dass das Unternehmen einen Gewinn von 13 Cent und damit in Höhe der Konsensschätzungen ausweisen wird, bei der UBS Warburg rechnet man mit 14 Cent.

Weitere Ergebnisse kommen im Laufe des Tages vom Computerhändler PC Mall, von Colgate-Palmolive, von der relativ erfolgreichen Fluglinie Frontier Airlines, von der Cheesecake Factory und vom Discounter 99 Cent Only. Aus konjunktureller Sicht ist lediglich die Bekanntgabe der Fabrikbestellungen für Dezember interessant, sie dürfte indes nicht marktbewegend sein.

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