Wall Street: Nachbörslich notiert
Warten auf’s Christkind

Zur Schlussglocke am Montag hatte der Dow etwas verloren, die Nasdaq hatte leicht zugelegt, und für Tracy Eichler, Investment-Strategin der UBS Warburg, ist das der Trend für den Rest des Jahres. "Der Markt wird noch ein paar Schritte zur Seite machen", sagt sie, ein paar Zähler hier, ein paar Punkte da.

NEW YORK. Ryan Smith sieht das etwas anders. Die Leute wagen sich zum Jahresende aufs Parkett und starten eine Santa Claus-Rally.", meint der Chef-Händler der Banc One Investment. Na endlich, da ist es, das viel beschworene Weihnachtsmann-Hoch. "Wir haben im Moment ein paar mehr Käufer als Verkäufer und vor allem Liquidität, weil sich Anleger für das neue Jahr neu positionieren wollen."

Ob Weihnachtsmann-Rally, ob Handel im Krebsgang - das ist zum Wochenbeginn schwer zu sagen. Mit großer Volatilität ist nicht zu rechnen, und vor allem nicht mit hohem Handelsvolumen. Für die meisten Börsianer ist das Jahr gelaufen. Für die Anleger, die so viel verloren haben wie seit Jahrzehnten nicht mehr, und für die Analysten, sie so weit daneben lagen wie überhaupt noch nie. Man blickt gemeinsam nach vorne. Warten aufs Christkind. Warten auf das neue Jahr.

Warten auf Kursgewinne auch: UBS-Frau Eichler erwartet in 2003 ein Plus von 8,5 % für den marktbreiten S&P 500. Andere sind nicht so optimistisch: Die Analysten von JP Morgan haben erst in der vergangenen Woche eine Prognose veröffentlicht, nach der die US-Märkte in 2003 ihr viertes Verlustjahr in Folge einstecken müssten. Das wäre nicht nur für Anleger bitter, es wäre auch ein historisches Novum.

Am Dienstag, Heilig Abend in Deutschland, in den USA aber nur der Tag vor dem Fest, wird an der Börse nur einen halben Tag lang gehandelt. Um 13 Uhr (Ortszeit, 19 Uhr MEZ) ist Ruhe auf dem Parkett, Santa Claus läutet die Schlussglocke, und dann ruht der Markt bis Donnerstag. Wenn Deutschland am Zweiten Weihnachtsfeiertag noch ausschläft, wird in New York wieder gehandelt.

An diesem kurzen Dienstag ist nun nicht viel zu erwarten. Von konjunktureller Seite gibt es Zahlen zu den Bestellungen langlebiger Güter im November, die mit einem moderaten Plus von 0,8 % erwartet werden. Von Unternehmensseite gibt es keine Zahlen mehr, und auch für die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr halten sich Unternehmen zurück. Man wartet eben ab.

Wall Street Correspondents, Inc.

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