Wall Street: Nachbörslich notiert
Weitere Diskussionen um Krieg und Aktien

Am ersten Handelstag nach der mehr oder minder offiziellen Kriegserklärung konnte die Wall Street keine Richtung mehr finden, und am Mittwoch dürfte sich die Lage nicht ändern - es sei denn, Unvorhersehbares würde sich ereignen. Ansonsten gilt es auf dem Parkett weiter abzuwarten.

Unvorhersehbares? - Einige Händler malen Schreckensszenarien an die Wand. Nach einem ziemlich orientierungslosen Mittwochshandel meinte einer auf dem Parkett, dass dem Markt wohl bewusst geworden sei, dass man zwar einen Krieg, aber nur einen reibungslosen solchen eingeplant habe, einen Krieg ohne Opfer auf eigener Seite und mit einem Sieg innerhalb von 2 Wochen.

So wahrscheinlich ein schneller Krieg und ein schneller Sieg für die mit Mann und Material haushoch überlegenen Amerikaner scheint, so unsicher ist, ob nicht Saddam Hussein dem Angreifer vorangeht und wieder allgemeinem Erwarten einen verzweifelten Erstschlag startet. Dieser könnte die US-Truppen noch überraschen und die Börse ebenso unter Druck setzen wie dies jeder Art von Terroranschlag tun würde, die nach Meinung des Ministeriums für Innere Sicherheit durch den nahen Kriegsbeginn nicht unwahrscheinlicher geworden sind.

Auch die Zurückhaltung der Notenbank, die sich angesichts der unsicheren geopolitischen Lage durchgerungen hat, sich zu einer nachvollziehbaren Unfähigkeit zu bekennen, die Risiken einzuschätzen, auch diese Zurückhaltung hilft dem Markt nicht eben auf die Sprünge.

Auch tun das Meldungen aus dem Umfeld der Unternehmen nicht. Dass der Softwarehersteller Oracle die Prognosen der Wall Street geschlagen hat, dürfte sich im Mittwochshandel allein auf die Oracle-Aktie auswirken und vielleicht noch auf die Branche. Diese Auswirkungen waren zunächst negativ, da Anleger mit den schwachen Umsätzen im Lizenzenhandel nicht zufrieden waren.

Insider an der Wall Street werden mit Interesse verfolgen, wenn am Mittwoch Bear Stearns, und dann am Donnerstag die Kollegen von Goldman Sachs, Morgan Stanley und Lehman Brothers ihre Quartalszahlen vorlegen werden. Dem Markt dürften sie indes ebenso wenig eine Richtung geben wie die Zahlen vom Chiphersteller Micron oder die wenigen ausstehenden Konjunkturdaten.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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