Wall Street nachbörslich
Trader hoffen auf Kursabschläge

Trader auf dem Parkett der Wall Street wirkten am Dienstag ratlos. Von Mittwoch bis Montag legte der Dow Jones Index die größte Viertagesrally seit 1933 hin. Den ersten Brokern zittern bereits wieder die Knie.

wsc NEW YORK. Bereits am Montag hatte Merrill Lynch davon gesprochen, dass die Aktienmärkte nicht deutlich unterbewertet sind. Eine kurze Verschnaufpause ist insofern in New York erwünscht. Verkehrte Welt: hoffen auf Kursverluste?

Die könnten sich zur Wochenmitte einstellen. Der Chipsektor notierte im nachbörslichen Handel deutlich schwächer. Der Chipausrüster KLA-Tencor meldet zwar Quartalszahlen über den Erwartungen, aber insgeheim hatten amerikanische Investoren mit einem noch besseren Ergebnis gerechnet. Die Vorfreude drückte sich auch in den Kursen aus. Am Dienstag schloss das Papier mit 40,34 Dollar rund drei Prozent im Plus. Der Hersteller von Grafikchips, Nvidia, korrigierte gestern Abend zudem die Prognosen für das abgelaufene Quartal deutlich nach unten. Nvidia macht die schwache PC-Nachfrage für die enttäuschende Entwicklung verantwortlich.

Im Mittelpunkt werden am Mittwoch zunächst Angaben über das Wirtschaftswachstum stehen. Die Ertragssaison neigt sich in diesen Tagen langsam dem Ende entgegen und Konjunkturdaten rücken in den Vordergrund. Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal voraussichtlich um 2,3 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal wurden 6,1 Prozent erreicht. Am Dienstag hatten bereits die Daten über das Verbrauchervertrauen verdeutlicht, dass der wirtschaftliche Aufschwung lahmt. Und die Frage nach dem möglichen "Double Dipp" noch nicht endgültig beantwortet werden kann. Das Verbrauchervertrauen fiel im Juli unter die Erwartungen und den Vormonatswert. Die seit Jahresbeginn enttäuschende Entwicklung der Aktienmärkte und die nach wie vor angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt belasten das Vertrauen der Amerikaner in die eigene Wirtschaftsstärke. In diesem Zusammenhang gewinnen die Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden an Brisanz. Analysten in New York rechnen damit, das die Arbeitslosenquote gegenüber Juni auf 5,9 Prozent stagniert.

Einen Umsatzanstieg um vier Prozent erwartet die amerikanische Automobilindustrie. General Motors, Ford und Co haben im Juli wieder auf Finanzierungshilfen zurückgegriffen, um die Nachfrage anzukurbeln. Das scheint ihnen einer Umfrage zufolge gelungen zu sein. Analysten rechnen mit einem branchenweiten Verkaufsanstieg um 4,9 Prozent. Das größte Stück der Torte dürfte sich demnach einmal mehr General Motors, mit einem Anstieg um 15 Prozent, abschneiden. Bei Ford sind die Umsätze voraussichtlich um 1,9 und bei Chryler um 2,6 Prozent gefallen. Die exakten Zahlen werden für Donnerstag erwartet.

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