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Wall Street: Optimismus vor dem Verbrauchervertrauen

Nach einem optimistischen Wochenstart wollen die US-Märkte am Dienstag weitere Gewinne einholen. Die Futures auf die drei großen Indizes notieren eine halbe Stunde vor Handelsbeginn im Plus, wobei sich besonders die Nasdaq hervortut. Der Tech-Index schafft es vor der Glocke bis zu 10 Punkte ins Plus.

Ob die Wall Street weiter klettern kann, wird in dieser Woche von zwei Faktoren abhängen: vom Verbrauchervertrauen, das noch am Morgen bekannt gegeben wird, und von einer Rede, die Notenbankchef Alan Greenspan am Mittwoch vor dem Kongress halten wird. Die Mehrheit der Marktteilnehmer rechnet damit, dass das Konjunktur-Orakel die Rezession für beendet erklärt. Auf der Welle dieses Optimismus hatte der Dow am Montag 180 Punkten oder 1,8 Prozent zugelegt und einmal mehr über der einst "magischen 10.000" geschlossen. Die Nasdaq hatte sich um 45 Punkte oder 2,6 Prozent verbessert und bei 1769 Punkten geschlossen.

Nach wie vor waren es zyklische Titel, die den Märkten Kraft gaben. Im Dow hatten am Montag Caterpillar, Honeywell und General Electric zu den größten Gewinnern gehört, der Index der zyklischen Werte hatte um 2,5 Prozent zugelegt. Doch auch die Tech-Aktien geben sich nach langer Durststrecke wieder stark. Die Chipriesen Intel und Advanced Micro Devices sowie Cisco und Juniper Networks legen vor der Glocke zu.

Eine Ausnahme ist indes Flextronic. Der Netzwerk- und Telekomausstatter hat gewarnt, dass man bei einem Umsatz im Rahmen der Erwartungen die Gewinnprognosen im laufenden Quartal nicht einhalten werde. Die Investitionen der Unternehmen, so CEO Michael Marks, seien nach wie vor gering. Dennoch ist Marks auf Jahressicht optimistisch: Mit einem Gewinnwachstum von 13 Prozent für die nächsten 3 Quartale sei man auf dem rechten Weg. Die Analysten der Credit Suisse First Boston setzen ihre Erwartungen für Flextronic ebenfalls herunter, die Aktie gibt vorbörslich 4,9 Prozent.

Für Hewlett-Packard, einen der Techwerte im Dow, stehen nach wie vor nicht Zahlen im Vordergrund sondern der Kampf um die Fusion mit Compaq. Zwar wird darüber erst in einer Aktionärsabstimmung am 19. März entschieden, doch der Kampf um jede Stimme ist bereits entfacht. Am Morgen erklärt Brandes Investment, ein Fonds der 25 Millionen oder 1,3 Prozent der HP-Aktien hält, man werde der Fusion nicht zustimmen. Man befürchtet erhebliche kulturelle Schwierigkeiten und Integrierungsrisiken. Die Analysten bei Goldman Sachs sehen die Lage zuversichtlicher zu beurteilen. Hewlett-Packard könne durch die Fusion die schleppend verlaufende Enterprise Hardware Sparte aufbessern. HP verbessert sich um 1,4 Prozent, Compaq notiert vorbörslich nur schwach behauptet.

Zahlen wiederum gibt es von Home Depot. Die größte US-Baumarktkette hat in 2001 dank eines Bau-Booms in den USA 3 Milliarden Dollar verdient, das ist eine Gewinnsteigerung von 18 Prozent. Der Anteilsgewinn lag mit 30 Cent pro Aktie 2 Cent über den Erwartungen des Marktes. Der Trend scheint vorerst auch nicht abzubrechen. So teilte das Management mit, dass die Analystenschätzungen für das nun angebrochene erste Quartal erreicht werden sollten. Goldman Sachs hält die Aktie für kaufenswert. Home Depot verbessert sich am Morgen um 0,8 Prozent. Am Montag hatte bereits Konkurrent Lowe?s die Ertragserwartungen der Analysten übertroffen.

Auf die Stimmung am Parkett drückt Robertson Stevens. Das Brokerhaus hat, wie bereits ABN Amro am Vortag, die Erwartungen für die Kollegen gekürzt. Für Bear Stearns, Goldman Sachs, Lehman Brothers, Merrill Lynch und Morgan Stanley sehe man anhaltende Schwäche im laufenden Quartal.

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