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Wall Street optimistisch

Wird sie oder wird sie nicht? Die Sitzung der US-Notenbank rückt näher. Die US-Investoren hoffen auf einen weiten Zinsschritt von Notenbankhäuptling Alan Greenspan an diesem Mittwoch. Wird er zum sechsten Mal in diesem Jahr die US-Leitzinsen senken? Die Mehrzahl der Experten ist sich sicher: Wenn "Big Al" die Zinsen nicht um 50 Basispunkte reduziert, dann zumindest um 25 Punkte. Die Futures deuten auf einen freundlichen Handelsstart.

Von der Vorfreude auf günstigere Kredite profitieren am Morgen vor allem die Technologiewerte. Neben Dell und Sun Micosystems notiert auch Intel stärker. Auch die Aktien des Netzwerksektors sind am Morgen gefragt. Bei Lucent Technologies dürfte es bald in der Kasse klingeln. Der finanziell angeschlagenen Netzwerkausrüster hat möglicherweise einen Interessenten für zwei zum Verkauf stehende Fabriken gefunden. Celestica könnte der neue Eigentümer werden. Die Fabriken sollen laut Lucent mindestens 600 Millionen bis 900 Millionen Dollar in die Kasse spülen. Für Lucent eine notwendige Finanzspritze, da das Unternehmen in Kürze einen Kredit zurückzahlen muss. Neben Lucent Technologies tendiert auch JDS Uniphase, Corning, Juniper Netzworks und Ciena stärker.

Probleme in Europa machen dagegen General Motors zum Wochenauftakt bei den Anlegern unbeliebt. GMs Europa-Chef hält es für schwierig "in Europa in diesem Jahr Gewinn zu machen". Der Titel tendiert schwächer. Dem größten Automobilwert geht es nicht gut, dem größten Elektronikkonzern geht´s nicht viel besser. General Electric gerät vorbörslich unter Druck. Nach den neusten Spekulationen könnte die Europäische Wettbewerbsbehörde die Fusion mit Mischkonzern Honeywell doch noch genehmigen. Das gefällt den Investoren offenbar wenig.

Mit harten Bangagen gekämpft wird auch auf dem Biotechnologiesektor: gegen potenzielle Konkurrenten. Biogen hat gegen seinen europäischen Rivalen Serono eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das Unternehmen hat behauptet, dass eigene Multiple- Sklerose-Medikament "Rebif" sei besser als Biogens "Avonex". Serono stützt sich bei den Behauptungen auf Testresultate und bleibt trotz drohender Strafe weiterhin dabei, das bessere Präparat zu produzieren. Wichtiger Hintergrund: Serono hat für "Rebif" die Zulassung für den US-Markt beantragt und muss nachweisen, dass "Rebif" dem bereits zugelassenen Konkurrenzprodukt "Avonex" überlegen ist. Das Potenzial des US-Marktes für Multiple-Sklerose-Medikamente: eine Milliarde Dollar. Die Anleger sehen Biogens Vorherrschaft auf dem amerikanischen Markt jedoch gefährdet. Die Aktie zählt im außerbörslichen Handel zu den aktivsten Werten und verliert bereits vor dem Läuten der Eröffnungsglocke fast sechs Prozent.

Für Pharmakollege Pfizer geht es vorbörslich in den roten Bereich. Die Tests eines neuen Behandlungsverfahrens von Diabetespatienten haben nicht die gewünschten Erfolge zeigt. Pfizer führte die Versuche gemeinsam mit Aventis durch. Mit einer Kombination aus Injektionen und inhaliertem Insulin sollte Diabetiker ihre Krankheit besser kontrollieren als durch die alleinige Verwendung von Spritzen. Allerdings löste die Wirkstoffkombination bei den Patienten als Nebenwirkungen Hustenreiz aus.

© Wall Street Correspondents Inc.

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