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Wall Street präsentiert sich unentschlossen

New Yorks wichtigste Aktienindizes präsentieren sich am Donerstag unentschlossen. Nachdem die Börsenbarometer ihre Richtung im frühen Handel mehrfach geändert haben, notiert der Dow-Jones-Index eine halbe Stunde nach Börseneröffnung mit 0,11 % in der Verlustzone. Der Nasdaq-Index büßt 1,18 % an Wert ein.

wsc NEW YORK. Am Morgen dokumentieren die neuesten Wirtschaftsdaten die Entwicklung der US-Konjunktur. Die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung stiegen in der vergangenen Woche um 58 000 auf 450 000 und damit auf das höchste Niveau seit Ende Juli 1992. Marktbeobachter gehen aber davon aus, dass die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung in den kommenden Wochen weiter steigen könnte. Viele Menschen haben durch die Folgen der Katastrophe des 11. September ihren Arbeitsplatz verloren und sich bisher noch nicht arbeitslos gemeldet.

Die Auftragseingänge für langlebige Güter fielen im August dagegen nur um 0,3 %. Im Vergleich zu dem Rückgang von 1,1 % im Juli ist dies ein deutlich geringerer Einbruch. Exklusive des volatilen Transportbereiches stiegen die Aufträge im August sogar um 0,4 %. Rechnet man den Bereich Waffentechnologie aus dem Index, stiegen die Aufträge sogar um 0,8 %. Auch erfreulich ist der Abbau der Lagerbestände um weitere 0,7 %.

Zu den am meisten gehandelten Aktien gehören im frühen Handel die Papiere von Cisco, Oracle und Nokia. Cisco verliert an Wert, nachdem die Experten von Morgan Stanley die Einstufung für die Aktie reduziert haben. Intel legt im Handel dagegen wieder an Wert zu, nachdem der Chipkonzern am Mitwoch unter den enttäuschenden Quartalsergebnissen von Konkurrent Micron Technologies zu leiden hatte. Die Aktien des Netzwerksektors notieren schwächer, nachdem eine Reihe von Brokerhäusern Aktien des Sektors abgestuft haben. JDS Uniphase, Ciena und Juniper Networks gehören vorbörslich zu den größten Verlierern. Zu den größten Gewinnern gehören am Morgen die Aktien der Finanz- und Pharmawerte.

Auch Ölwerte können an Wert gewinnen. Die Aktien von Royal Dutch und BP gehören zu den am Morgen an meisten gehandelten Aktien und notieren deutlich im Plus. Bereits am Mittwochnachmittag hatten die Werte der Ölbranche gegen den Trend zulegen können. Die Vertreter der ölproduzierenden Staaten Opec diskutierten am Mittwoch in Wien ihre Preispolitik. Ergebnis: Sie werden die Fördermengen nicht erhöhen, sie bleibt bei 23,2 Mill. Barrel pro Tag. Nachdem der Rohölpreis erst am Mittwoch auf ein Zwei-Jahres-Tief fielen, dürften die Preise zumindest zunächst nicht sinken. Die Aktien dürften heute an Wert gewinnen.

Auch der Energiemarkt kommt in Bewegung. Reliant Resources, ein Betreiber und Entwickler von Stromkraftwerken, will die Orion Power Holding, ebenfalls ein Energieproduzent, übernehmen. Reliant will knapp 2,8 Mrd. $ in bar für Orion bezahlen. Für Orion-Aktionäre könnte sich dieser Deal lohnen, entspricht der Kaufpreis doch einer Prämie von rund 40 %. Orion gehört zu 37 % der Investmentbank Goldman Sachs und beliefert mit seinem Strom vor allem New York, Ohio und Pennsylvania. Reliant kauft mit diesem Deal zusätzliche Kapazitäten von 11 000 Megawatt und kann gleichzeitig seine Präsenz auf dem amerikanischen Markt für unabhängige Energieerzeugung deutlich vergrößern. Analysten schätzen das Marktwachstum in diesem Bereich auf 30 % in den nächsten fünf Jahren. Trotz des hohen Kaufpreises werten Analysten die Akquisition langfristig durchaus positiv für Reliant Resources.

Verhalten fallen dagegen die Nachrichten bei Coca Cola und Procter & Gamble aus. Beide Unternehmen verwerfen ihre Joint-Venture-Pläne. Die Anleger von Procter & Gamble scheint es zu freuen. Die Aktie legt 0,42 % an Wert zu, während das Papier von Coke 0,45 % verliert. Acht Monate nachdem die beiden Konzerne den Zusammenschluss einiger Werke bekannt gegeben hatten, kam am Mittwochabend nach Börsenschluss der Rückzieher. Nach Aussage unternehmensnaher Quellen änderte Coca Cola seine Meinung über das Geschäft, weil die Absätze der Coca-Cola-Produkte stärker gewachsen waren als die der Procter & Gamble-Artikel, die in das Joint Venture eingebracht werden sollten. Auch die gemeinsame Nutzung des Coca-Cola-Vertriebsnetzes soll sich nach Expertenaussagen als wenig attraktiv herausgestellt haben. Die Analysten von Goldman Sachs bestätigen die Aktien von Coke und Procter & Gamble auf der Kaufempfehlungsliste. Auch an den Gewinnprognosen wird festgehalten.

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