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Wall Street präsentierte sich schwächer

Verfehlte Umsatzerwartungen und nach unten revidierte Zukunftsprognosen im Hightech-Sektor überschatteten den Handelsverlauf am Mittwoch an der Wall Street. Obwohl Alan Greenspan, Chef der Notenbank, die Tore für weitere Zinssenkungen in einer Rede offen gelassen hat, tendierten die Aktien schwächer. Der Dow Jones Index beendete den Handelstag mit einem Verlust von 0,3 Prozent bei 10.570 Punkten.

Während zahlreiche US-Werte aus der "Old Economy" zufriedenstellende Quartalszahlen vorlegen konnten, bleibt das fundamentale Umfeld bei den Technologiewerten kritisch. Der Nasdaq Index rutschte bei aktivem Handel erneut auf die psychologisch wichtige Marke von 2.000 Punkte zu und schloss mit einem Minus von 2,5 Prozent bei 2.016 Punkten. Neben Softwareaktien zählten Titel aus dem Hardware- und Chipsektor zu den größten Verlierern. Das Verhältnis von Kursgewinnern zu Kursverlierern lag an der Nasdaq bei eins zu zwei. Die Mehrheit der Hightech-Ergebnisse lag zwar über den Erwartungen der Analysten, zeigte aber oft deutliche Rostbeulen auf. AOL Time Warner und Apple Computer konnten die Umsatzprognosen nicht einhalten. Das überraschend gute Ergebnis bei Intel ist vorrangig auf einen niedrigeren Steuersatz zurückzuführen. Zudem hat das Management eine zu vage Prognose für das Umsatzwachstum im laufenden Quartal gegeben. Laut Unternehmensangaben soll die Steigerungsrate in einer Spanne von null bis acht Prozent liegen. Der aggressive Preiskampf in der Branche dürfte auch die Gewinnmargen weiter unter Druck setzen. Intel gab im Verlauf 1,01 Dollar ab und schloss bei 28,89 Dollar.

Da der Preiskampf von Intel in erster Linie auf den Hauptkonkurrenten Advanced Micro Devices trifft, geriet auch diese Aktie verstärkt unter Druck. "Advanced Micro dürfte die gewonnenen Marktanteile zwar halten können, nicht aber weiter ausbauen", sagt Hans Mosesmann von Prudential Securities. Das Tempo, mit dem Intel die Produktion der Pentium 4 Chips ausweitet, sei beeindruckend und sollte dazu führen, dass der Chiphersteller zum Jahresende den Markt für PC-Mikroprozessoren wieder in der Hand hat. Die Aktien von Advanced Micro wurden von Mosesmann auf "halten" abgewertet und beendeten den Handelstag mit einem Minus von 2,55 Dollar bei 17,87 Dollar. Mit Abstand zu den größten Verlierern gehörten die Aktien von Veritas Software. Der Hersteller von Computerprogrammen für den Datenbankbereich musste die Prognosen für das Umsatzwachstum erheblich reduzieren. Die Aktie quittierte die schlechte Nachricht mit einem Kursverlust von 13,34 Dollar und schloss bei 37,08 Dollar.

Ein reichlich verbeultes Ergebnis meldete nach Börsenschluss auch IBM. Während das Gewinn mit 1,15 Dollar pro Aktie im Rahmen der Analystenschätzungen lag, verfehlte der Umsatz mit Abstand die Prognosen. IBM setzte 21,6 Milliarden Dollar um. Die Wall Street hatte mit rund 900 Millionen Dollar mehr gerechnet. Das IBM-Management geht davon aus, dass das Umfeld auch im zweiten Halbjahr schwierig bleibt. Die Flaute im PC- und Festplattengeschäft werde sich vorerst fortsetzen. Auch in dem Bereich Mikroelektronik sei mit zunehmender Schwäche zu rechnen. Die Aktie schloss mit einem Minus von 3,53 Dollar bei 105 Dollar. Im nachbörslich Handel verlor IBM weitere 2 Dollar an Wert.

Unbeeindruckt von dem schwachen Börsenumfeld blieben an diesem Mittwoch Aktien aus den Sparten Pharma-, Bio- und Medizintechnik. Diese Titel profitierten von einer Flucht in defensive Werte, aber auch von zahlreichen Kaufempfehlungen und soliden Quartalszahlen. So halten die Analysten der ABN Amro die Aktien von Pfizer für weiterhin kaufenswert. Der Pharmakonzern konnte im zweiten Quartal den Ertrag um 30 Prozent auf 30 Cents pro Aktie steigern. Abgesehen davon verfügt der Konzern im Branchenvergleich mit über die beste Produktpipeline, meinen die Analysten. Die Aktie legte im Tagesverlauf 2.43 Dollar zu und schloss bei 41 Dollar. Ähnlichen Anklang bei der Analystenwelt fanden die Aktien von Biogen und Guidant. Beide Titel wurden von dem Brokerhaus Bear Stearns empfohlen. Der Werte habe das Potenzial, in den nächsten zwölf Monaten bis auf 80 Dollar zu steigen. Das Kursziel von Guidant, einem Hersteller von Medizintechnik, liegt dagegen bei 35 Dollar.

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