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Wall Street: Quartalsauftakt im roten Bereich ?

Die US-Börsen setzen zu Beginn des zweiten Quartals kein positives Signal: Die Wall Street wird den Handel wohl im roten Bereich eröffnen. Eine Stunde vor Marktöffnung stehen die Futures auf die drei großen Indizes im Minus.

Tatsächlich tun sich Anleger und Analysten am frühen Montag schwer, eine Voraussage auf die nächsten drei Monate zu treffen. Die US-Konjunktur hat ein ausgesprochen gutes Quartal hinter sich, für die US-Börsen fiel die Bilanz gemischt aus: Während die Blue Chips mit einem Plus von 3,8 % respektabel abschlossen, verlor die Nasdaq 5,5 %.

Prognosen auf das Wachstum der US-Wirtschaft lauten bereits auf 4 % bis 6 % - genauere Anhaltspunkte erwarten Marktteilnehmer noch am Vormittag: Um 10 Uhr (Ortszeit, 17 Uhr MEZ) wird der Einkaufsmanagerindex für März veröffentlicht. Der war im Februar erstmals nach 18 Monaten über 50 Punkte gestiegen und signalisiert nun wieder Wachstum. Ökonomen erwarten einen marginalen Rückgang von 54,7 auf 54,3 Punkte. Weitere Zahlen, die auf die konjunkturelle Entwicklung Aufschluss geben könnten, werden am Freitag mit der Arbeitslosenquote vorgelegt.

Von einem Ausblick auf die Auto- und Truckverkäufe im März dürften Aktien der "Großen Drei" profitieren. Von General Motors, Ford und DaimlerChrysler erwarten Marktbeobachter optimistische Zahlen. Allerdings geben sich die Analysten von Prudential Securities für Ford langfristig pessimistisch; sie setzen kürzen Gewinnerwartungen und Kursziel und setzen die Aktie auf "Verkaufen". Vor allem die teure F-Serie dürfte die Ergebnisse des zweitgrößten US-Autoherstellers belasten, außerdem drohen weitere Marktanteilsverluste, so die Analysten. Ford verliert vorbörslich 4,5 %.

Mit Wal-Mart findet sich auch der größte US-Einzelhändler auf der Verliererseite. Die UBS Warburg stuft die Aktie ab, was man mit der zuletzt starken Performance der Aktie begründet, die nun eher einbrechen dürfte als beispielsweise der Kaufhaussektor, der zuletzt eher schwach handelte. Wal-Mart könne man immer noch "kaufen", sagen die Experten, allerdings nicht mehr "aggressiv".

Nach einer Abstufung durch Merrill Lynch verliert am Montagmorgen auch Toys R Us , und schlägt in die gleiche Kerbe wie die UBS Warburg. Sobald sich die Konjunktur spürbar und nachvollziehbar erhole, dürften Anleger ihr Geld aus den defensiven Sektoren und dem Einzelhandel ziehen, und in Industrie- und Techwerte investieren. Aktien des Spielzeug-Riesen dürften darunter leiden, Merrill Lynch bewertet sie nur noch mit "Neutral".

Die Tech-Werte sind unterdessen auf dem Weg der Erholung. Das jedenfalls geht aus einer Statistik der Semiconductor Industry Association hervor, die rückwirkend für Februar veröffentlich wurde. Die hohe Nachfrage nach Handys, DVD-Playern und Digital-Kamera habe den Umsatz an Chips gepusht und für das beste Ergebnis gegenüber dem Vorjahr seit April 2001 gesorgt. Die Analysten von Robertson Stephens sehen einen deutlichen Rückgang in den Lagerbeständen. Die Chip-Industrie habe einen deutlichen Schritt gemacht und das Wachstum der Unternehmen nähere sich nun dem Nachfragewachstum an.

Weitere optimistische Kommentare kommen am Morgen von Morgan Stanley, und diese dürften sich im Internet-Sektor niederschlagen: Die Analysten sehen für die Aktie von Yahoo weiteres Potential. Sie gehen davon aus, dass sich das prognostizierte Umsatzwachstum stärker als bisher erwartet auf Gewinne und Cash Flow auswirken werde. Yahoo notiert vor der Glocke schwach behauptet.



ANMERKUNG: In den USA werden die Uhren erst am kommenden Wochenende auf Sommerzeit umgestellt. Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und New York beträgt daher 7 Stunden, entsprechend ändern sich die Handelszeiten an New York Stock Exchange und Nasdaq.

© Wall Street Correspondents Inc.

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