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Wall Street: Rezession drückt auf den Dow Jones – Techs unberührt

Es ist offiziell: Die USA befinden sich in einer Rezession. Das haben die Experten vom National Bureau for Economic Research bekannt gegeben. Diese Analyse lastet auf den Märkte und drückt den Dow Jones in die Verlustzone. Das Standardbarometer, das auch unter enttäuschenden Zahlen aus dem Einzelhandel leidet, notiert mit 40 Punkten oder 0,4 Prozent in der Verlustzone. Die Nasdaq handelt hingegen stabil im positiven Terrain. Zehn Punkte oder 0,5 Prozent gewinnt der Tech-Index zur Stunde.

Schlüsselsektoren am Montag ist der Einzelhandel. Unternehmen und Analysten revidieren das abgelaufene Thanksgiving-Wochenende, traditionell das wichtigste für den amerikanischen Einzelhandel und ein Indikator für das Weihnachtsgeschäft. Es lief in diesem Jahr nur zufriedenstellend. "Im besten Fall schneiden wir auf dem Niveau vom Vorjahr ab, Wachstum wird es keines geben", sagt Jeffrey Feiner, Analyst der Lehman Brothers. Zwar waren US-weit die Malls brechend voll, doch blieb das große Geschäft aus. Langen Schlangen vor den Geschäften standen keine Schlangen an den Kassen gegenüber. Die wenigen, die tatsächlich einkauften, profitierten von Super-Sonderangeboten der Händler, die auf die Gewinnmargen drückten. Der Einzelhandel gibt im Branchenmittel gut ein Prozent ab.

Online lief das Geschäft offensichtlich besser als in den Malls. Zu den Tagessiegern gehört zum Wochenbeginn der Internet-Buchhändler Amazon. Im Vergleich zum ersten Vorweihnachts-Wochenende des letzten Jahres haben Kunden pro Stunde 12.000 Titel mehr geordert. Die Aktie von Amazon legt etwa 15 Prozent zu. Mehr als fünf Prozent gewinnt auch der Internet-Multi Yahoo. Auch dieses Unternehmen hatte am Morgen Rekordverkäufe seiner Shopping-Dienste gemeldet.

Auch Chiphersteller Intel gehört zu den großen Stützen der Nasdaq. legt drei Prozent zu. Das Unternehmen hat neue Transistoren entwickelt, die höhere Geschwindigkeiten bei der Datenverarbeitung ermöglichen und dabei weniger Strom verbrauchen als bisher. Die Intel-Aktie gewinnt zunächst um zwei Prozent, doch profitiert das Unternehmen nicht allein von den guten Nachrichten. Der gesamte Chip- und Chip-Zulieferersektor notiert in der Gewinnzone, und auch die Hardware-Hersteller und Computerbauer legen zu. Ein Plus von fast fünf Prozent steht Apple zu Buche, die Handheld-Hersteller Palm und Handspring gewinnen jeweils mehr als drei, Sun Microsystems 2,8 Prozent.

Die Aktie von Lucent Technologies steht am Morgen auf der Verliererseite. Sechs Prozent gibt das Papier ab, weil die Analysten von Morgan Stanley in dem Unternehmen nicht länger einen "Market Outperformer" sehen, sondern das Papier nur noch mit "neutral" bewerten. Trotz einiger vielversprechender Produkte, die Lucent zuletzt vorgestellt hatte, meinen die Analysten, die Aktie habe ihr Kursziel von acht Dollar überschritten.

Stark notiert an der Nasdaq der Biotechsektor. Am Morgen macht die Nachricht die Runde, dass einem amerikanischen Labor das Klonen menschlicher Embryos gelungen sei. Die beiden Marktführer im Bereich Stammzellenforscher, legen nach dieser Meldung deutlich zu. Sie arbeiten an Methoden, Stammzellen als "Ersatzteillager" zu züchten, aus dem verschiedene Krankheiten behandelt werden könnten. Die Aktie von Marktführer Geron gewinnt sechs Prozent, das Papier von StemCells legt acht Prozent zu.

Schwach steht am morgen erneut der Ölsektor da. Der Ölpreis ist erneut um zwei Prozent gesunken, da sich Russland am Wochenende erneut nicht zu Plänen der Opec, die Welt-Fördermengen zurückzufahren, geäußert hat. Die Gewinnmargen der Förderunternehmen und Plattformbetreiber stehen weiter unter Druck. Der Sektor verliert zwei Prozent. Den Branchenriesen ChevronTexaco und Exxon Mobile helfen da auch positive Kommentare im Investmentmagazin "Barron?s" wenig. Die Papiere der beiden Unternehmen verlieren ebenfalls jeweils 1,8 Prozent.

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