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Wall Street: Schlechte Nachrichten drücken auf die Kurse

Die US-Börsen notieren zum Wochenende erwartungsgemäß schwach. Der Dow Jones Index verliert zur Stunde fast 70 Punkte oder 0,75 Prozent und notiert bei 8992 Punkten. Der Technologie-Index Nasdaq deutet 31 Punkte oder zwei Prozent ins Minus und liegt zur Mittagsstunde bei 1566 Punkten.

NEW YORK. Beide Indizes haben sich allerdings von einem heftigen Sturz am frühen Morgen erholt. Etwa eine Stunde nach Öffnung der Märkte ging erneut Angst vor einem Terror-Angriff mit biologischen Waffen um. In Florida soll ein zweiter Fall von Milzbrand aufgetreten sein. Der Erreger, der die in den meisten Fällen tödliche Krankheit auslöst, wird unter anderem in dem Kampfstoff Anthrax verwendet. Die Behörden erklärten, dass die beiden Fälle isolierte Einzelfälle seien und nicht mit Terror-Attacken in Verbindung gebracht werden könnten.

Dass die Märkte zum Wochenschluss keine großen Gewinne einfahren würden, schien Beobachtern schon am frühen Morgen klar. Ausreichend schlechte News liefern Händlern Grund zu massiven Verkäufen. Eine Stunde vor Öffnung der Märkte waren in Washington die neuesten Arbeitsmarktdaten veröffentlicht worden, und die fielen schlechter aus als befürchtet. Die Zahl der Arbeitslosen ist im September noch stärker gestiegen als die Marktbeobachter erwartet hatten. 199 000 Amerikaner verloren im Ermittlungszeitraum ihren Job. Das ist der größte monatliche Einbruch seit zehn Jahren. Dennoch liegt die Arbeitslosenquote in den USA bei 4,9 Prozent und stieg nicht, wie erwartet, auf fünf Prozent. Ökonomen rechnen mit einem weiteren Einbruch im Oktober. Bereits am Donnerstag war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung veröffentlicht worden. Diese stieg in der vergangenen Woche um 71 000 auf 528 000, und damit auf den höchsten Stand seit neun Jahren.

Auch von Unternehmensseite dominieren am Freitag schlechte Nachrichten, vor allem aus dem Tech-Sektor. Chiphersteller Sun Microsystems hat vor Handelsbeginn eine Ertragswarnung ausgesprochen. Das Unternehmen wird im laufenden ersten Quartal wohl einen Verlust zwischen fünf und sieben Cents pro Aktie ausweisen. Als Hauptgrund für die schlechte Entwicklung der Geschäfte macht das Management die Terror-Attacken vom 11. September aus. Um Kosten zu sparen, wird Sun 9 % seiner Mitarbeiter entlassen. Das Papier von Sun Microsystems verliert zur Stunde über vier Prozent seines Wertes und wird bei 8,90 Dollar gehandelt. Vor einem Jahr kostete die Sun-Aktie noch 61 Dollar.

Auch Mitbewerber Advanced Micro Devices warnt am frühen New Yorker Morgen, dass der Umsatz im dritten Quartal bei rund 766 Mill. Dollar liegen wird und damit 22 % unter dem Niveau des vorhergehenden Quartals. Das Papier von Advanced Micro verliert am Morgen über 7 %. Mit Sun und Advanced Micro fällt am Freitag der ganze Tech-Sektor. Dell und Cisco , die Gewinner der letzten beiden Tage brechen um 5,6 % beziehungsweise 2,5 % ein. Microsoft und Oracle müssen ebenfalls Verluste einstecken.

Neben den Tech-Titeln stehen vor dem Wochenende vor allem die Finanz- und Versicherungstitel auf der Verliererseite. Die Assekuranz-Titel leiden unter schlechten Unternehmensmeldungen vor allem von Aflac. Der Versicherer wird zwar die Prognosen für das laufende dritte Quartal einhalten, erwartet aber einen dramatischen Ergebnisrückgang im Folge-Vierteljahr. Die Aktie verliert 10 % und notiert bei 25,56 Dollar.

Am Nachmittag hofft der Dow Jones Index auf Auftrieb von Seiten der Ölwerte. Nach den Kursverlusten der vergangenen Tage notieren Förderunternehmen und Vertreiber auf niedrigen Einstiegskursen. Händler rechnen zum Wochenende mit einer erhöhten Nachfrage nach den Papieren dieses Sektors, die sich zur Stunde aber noch nicht eingestellt hat.

Zu den wenigen Gewinnern am frühen Freitagmorgen gehört Starbucks. Der Kaffeeröster aus Seattle hat am Donnerstag nach Börsenschluss bekannt gegeben, das man die Geschäfterwartungen für das Fiskaljahr 2001 wohl einhalten werden. Für die Wochen vor dem 30. September weist Starbucks ein Gewinnwachstum von 18 % gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr aus. Außerdem trägt sich das Unternehmen mit Expansionsplänen: Starbucks will den europäischen Markt aufrollen und plant Filialen unter anderem im Kaffeetrinkerland Deutschland. Die Starbucks-Aktie legt im Handel über 11 % zu.

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