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Wall Street schließt im Plus

Bei geringem Handelsvolumen schlossen New Yorks wichtigste Aktienindizes erstmals in dieser Woche im positiven Terrain.

Der Dow Jones Index kletterte am Freitag zwischenzeitlich über die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Punkten, ging schließlich jedoch mit 9949 Punkten und einem Plus von 0,3 Prozent aus dem Handel. Der Nasdaq Index gewann 0,7 Prozent und ging auf 1805 Zählern ins verlängerte Wochenende.

Am Montag wird an der Wall Street wegen den Feiern zum Labor-Day nicht gehandelt. Und den freien Tag dürften sich die Anleger und Analysten in den vergangenen Handelstagen redlich verdient haben. Denn neben dem niedrigen Konsumentenvertrauen im August und dem geringen Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal mussten die Marktteilnehmer in den vergangenen Handelstagen einige schlechte Nachrichten über sich ergehen lassen.

Die unerwartet guten Wirtschaftsdaten gaben den US-Aktienmärkten am Freitag dann endlich wieder Auftrieb. Die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe stiegen im Juli um 0,1 Prozent. Die Mehrheit der Analysten hatte mit einem Rückgang von 0,5 Prozent gerechnet. Der Chicagoer Einkaufsmanager-Index konnte mit 43,5 Punkten ebenfalls die Schätzungen der Analysten schlagen. Einziger Wermutstropfen: Im August ging das von der Universität von Michigan ermittelte vorläufige Verbrauchervertrauen von 93,5 auf 91,5 Punkte zurück. Die Mehrheit der Analysten hatte mit einem Index auf Vormonatsniveau gerechnet.

Vor allem die Aktien der Einzelhandels- und Chemiebranche profitierten von Kursgewinnen. Home Depot stand mit einem Plus von 0,28 Prozent auf 45,95 Dollar, Wal-Mart mit einem Gewinn von 0,95 Prozent auf 48,05 Dollar auf den Einkaufslisten der Anleger. Doch auch United Technologies und Intel trieben den Dow Jones Index ins Plus. Ebenfalls gefragt waren die Titel der Medienkonzerne. Walt Disney und AOL Time Warner gehörte am Freitag ebenfalls zu den größten Gewinnern.

Schwächer notierten zum Wochenschluss dagegen die Aktien des Pharma- und Tabaksektors. Die Titel von Merck, ein Minus von 0,89 Prozent auf 65,10 Dollar, und Philip Morris, Minus 1,13 Prozent auf 47,40 Dollar, führten die Verliererliste der Dow Jones Werte an. Die Konsumgüterkonzerne Procter & Gamble und Johnson & Johnson notierten ebenfalls schwächer.

Procter & Gamble geriet zum Wochenschluss wegen haariger Angelegenheiten in die Schlagzeilen. Der niederländischen Konsumgüterhersteller Unilever wirft seinem amerikanischen Konkurrenten vor, Spionage in Unilevers Entwicklungsabteilung für "Haarpflege" betrieben zu haben. Sollte es bis Freitagabend zu keiner Einigung zwischen den Unternehmen gekommen sein, könnte Unilever Procter & Gamble möglicherweise verklagen. Die Aktie von Procter & Gamble verlor 0,6 Prozent auf 74,15 Dollar.

Unter Abgabedruck gerieten vor Wochenschluss auch die Aktien der Hersteller von Komponenten für die Chipindustrie. Novellus, ein Hersteller von Maschinen für die Chipproduktion, wird im dritten Quartal voraussichtlich nur das untere Ende des bisher prognostizierten Auftragsvolumens erreichen. Das kündigte das Management des Unternehmens vor Wochenschluss an. Es sei zwar mit einem Umsatz von 300 Millionen Dollar und einem Gewinn von 24 Cents pro Aktie zu rechnen, teilte Vorstand Peter Hanley mit. Doch ließen das Marktumfeld in Europa, Japan und Korea weiterhin nach. Marktteilnehmer und Anleger zeigten sich mit den Aussichten nicht zufrieden. Das Papier gehörte hinter Qualcomm zu den größten Verlierern des Nasdaq Index. Novellus büßte 5,18 Prozent auf 44,31 Dollar ein. Die Novellus Konkurrenten Applied Materials und KLA Tencor konnten sich bis Handelsschluss dagegen von ihren Punktverlusten erholen und notieren nahe dem Vortagesniveau.

Chiphersteller Rambus konnte sich trotz verhaltener Prognosen in die Gewinnzone vorarbeiten. Das Unternehmen bestätigte zwar die Umsatzprognosen für das vierte Quartal. Doch werden die Einnahmen voraussichtlich bis zu 20 Prozent niedriger ausfallen als im Vorquartal. Das Unternehmen begründete die enttäuschende Entwicklung mit der sinkenden Nachfrage nach Heimcomputern. Die Aktie notierte drei Prozent im Plus auf 6,23 Dollar.

©Wall Street Correspondents Inc.

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