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Wall Street schließt in Verlustzone

Die Wall Street war unentschlossen, mal im Plus, mal im Minus. Bei niedrigem Handelsvolumen waren sich New Yorks wichtige Aktienindizes bis zum Handelsschluss nicht einig, in welche Richtung es gehen sollte.

Der Dow Jones Index beschloss den Handelstag mit einem Verlust von 0,4 Prozent auf 10382 Punkten. Der Nasdaq Index ging mit einem Verlust von 0,23 Prozent auf 1912 Zählern aus dem Handel.

Gewinnmitnahmen und enttäuschende Wirtschaftsdaten belasteten die Märkte zunächst am Morgen. Bis zum Mittag hatten sich die Börsenbarometer dann von ihren Tagestiefständen erholt. Kurzzeitig im Plus drehten die Börsenbarometer aber schließlich wieder ins rote Terrain.

Zu den schwächsten Werten gehörten die Aktien der Pharma- und Einzelhandelssparte. Home Depot und Wal-Mart gehörten zu den größten Verlierern unter den Dow Jones Werten. Kursgewinne bei Microsoft, Philip Morris und Intel begrenzten die Verluste. Die Aktie von Softwaregigant Microsoft legte gegen den allgemeinen Trend zu.

Microsoft hat die Markteinführung der Spielkonsole "X-Box" in Japan zwar auf Ende Februar 2002 verschoben. Doch wird das Softwarehaus die Konsole in den USA im November und damit rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt bringen. Die Microsoft-Aktie legte bis Börsenschluss zwei Prozent zu. Seit Jahresbeginn ist das Papier um 43 Prozent gestiegen.

Die Aktien des Broker- und Finanzsektors konnten sich bis zum Nachmittag zumindest teilweise von den negativen Kommentaren von Merrill Lynch erholen. Die Aktie von J.P. Morgan machte die Kursverluste der ersten Handelshälfte wett und drehte ins Plus. Das Papier der Citigroup blieb dagegen auf der Verliererliste des Dow Jones Index. Ebenfalls im negativen Terrain blieben die Titel von Morgan Stanley, Charles Schwab und Lehman Brothers, nachdem Goldman Sachs die Stimmung mit schlechten Kommentaren zum Brokersektor belastete. Für die Branche bleibt es weiterhin schwierig, so die verhaltene Aussage der Experten. Die Wachstumsraten der Branche drohen durch die Flaute im Rentenhandel weiter unter Druck zu geraten. Steigende Kreditausfälle im Hochzinsbereich gekoppelt mit einem weltweit rückläufigen Volumen von neuen Unternehmensanleihen dürften die Unternehmensgewinne belasten. Goldman Sachs riet Investoren daher, die Aktienbestände nur sehr zögerlich aufzubauen. Die Experten reduzieren außerdem die Prognosen für das dritte Quartal für Morgan Stanley Dean Witter, Charles Schwab und Lehman Brothers. Goldman Sachs und Merrill Lynch beschlossen den Handelstag dagegen mit Kursgewinnen.

Nahezu besorgniserregend war dagegen die Lage bei Excite @ Home. Der finanziell angeschlagene Internet-Provider muss bis spätestens Freitag insgesamt 50 Millionen Dollar an zwei seiner Kreditgeber zurückzahlen. Eine solche Zahlung würde den Cash-Flow erheblich beeinträchtigen. Excite @ Home wäre nicht länger in der Lage, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ob das Unternehmen weiterhin im Nasdaq Index gelistet sein wird, ist zudem fraglich. Das Papier fiel im Handel um über 20 Prozent. Internetkollegen Yahoo und Ebay mussten zum Wochenanfang ebenfalls Federn lassen.

Das Papier von Videogigant Blockbuster verlor zum Wochenauftakt über sieben Prozent, nachdem Befürchtungen laut werden, das Gewinnwachstum der größten US-Videothek-Kette könnte geringer ausfallen, als bisher erwartet. Blockbuster könnte verschärft Konkurrenz von einem Joint-Venture von fünf Filmstudios bekommen, das den Kunden die Filme per Internet liefert, berichtet das US-Anlegermagazin Barron´s in der neuesten Ausgabe.

Die Aktie von Hughes Electronics büßte fast ein Prozent ein, nachdem der Betreiber des Satelliten-Fernsehsenders "Direct TV" bekannt gab, in den USA rund zehn Prozent der Belegschaft und damit fast 800 Angestellte zu entlassen. Damit versucht das Unternehmen Kosten zu senken, um die Auswirkungen der weiterhin kränkelnden US-Wirtschaft entgegen zu wirken.

Gespannt warten die Anleger nun auf die Daten zum Verbrauchervertrauen, das am Dienstag bekannt gegeben werden soll. Nachdem die Verkäufe von bereits bestehenden Häusern im Juli unerwartet stark zurückgingen, was auf eine sinkende Nachfrage der Verbraucher deutete, sind die ersten Marktteilnehmer nun besorgt, dass auch das Verbrauchervertrauen schwächer ausfallen könnte als erwartet.

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