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Wall Street schließt nach Zinsschritt deutlich fester

Die New Yorker Aktienmärkte haben am Mittwoch nach der überraschenden US-Zinssenkung bei lebhaften Umsätzen kräftige Kursgewinne verzeichnet und auf deutlich höherem Niveau geschlossen.

Reusters NEW YORK. Bereits die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen des Computerchipherstellers Intel hätten die Kurse deutlich angehoben, sagten Händler. Der Technologiesektor verzeichnete die stärksten Kurssprünge. Kurz vor Handelsschluss gaben die Kurse indes noch leicht nach.

Der Dow Jones-Index 30 führender Industriewerte schloss mit einem Plus von 3,90 Prozent bei 10.615,64 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte um 3,89 Prozent auf 1238,19 Punkte zu, während der technologielastige Nasdaq-Composite-Index 8,13 Prozent auf 2079,63 Zähler kletterte und damit wieder das Niveau von Anfang März 2001 erreichte.

Zur Stützung der schwachen US-Konjunktur hatte die US-Notenbank (Fed) am Mittwoch überraschend eine Senkung der Leitzinsen um 50 Basispunkte auf 4,5 Prozent bekannt gegeben, die damit auf dem niedrigsten Stand seit Sommer 1994 angelangt sind. Es handelt sich um die vierte Leitzinssatzsenkung seit Jahresbeginn.Der eher symbolische Diskontsatz wurde von der Fed ebenfalls um 50 Basispunkte auf 4,0 Prozent gesenkt.

Analysten zeigten sich vom Zinsschritt überrascht und erfreut. "Die Wirtschaft bekommt Liquidität zurück, was nicht nur zur Beruhigung der Investoren sondern der gesamten Öffentlichkeit beiträgt", sagte Robert Armknecht von Galaxy Equity Growth.

Für Unterstützung sorgten auch die Erstquartalszahlen und der Ausblick des weltgrößten Computerchipherstellers Intel. Intel hatte trotz eines Gewinneinbruchs die Erwartungen von Analysten übertroffen und am Vortag nach US-Börsenschluss einen positiven Ausblick auf die zweite Hälfte des Jahres vorgelegt. Der Gewinn vor Kosten für Zukäufe sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 64 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar oder 16 Cents je Aktie gesunken. Analysten hatten hingegen 15 Cents erwartet. Die Titel von Intel zogen daraufhin kräftig um 20,01 Prozent auf 31,25 Dollar an.

Der weltgrößte Medien- und Internetkonzern AOL Time Warner übertraf mit seinen Geschäftszahlen ebenfalls die Analystenerwartungen. Wegen stark angewachsener Abonnentenzahlen habe der Konzern seinen Gewinn für das erste Quartal 2001 vor Steuern, Abschreibungen und Einmalbelastungen steigern können, hieß es. Die Aktien legten im Handel über 11,62 Prozent auf 49 Dollar zu.

Auch andere Börsenschwergewichte verzeichneten deutliche Zuwächse. Cisco schlossen 8,04 Prozent fester bei 18 Dollar, Microsoft zogen um 6,42 Prozent auf 65,43 Dollar an. Sun Microsystems notierten 15,84 Prozent im Plus bei 18,58 Dollar, während IBM 6,82 Prozent fester bei 106,5 Dollar aus dem Handel gingen.

Deutlich positiv auf den Zinsschritt reagierten auch die Finanzwerte. Bank of America notierten mit einem Plus von 6,12 Prozent auf 55,18 Dollar.

Bei lebhaften Umsätzen von rund 1,9 Milliarden Aktien schlossen an der New Yorker Stock Exchange 2050 Titel höher, 1061 niederiger und 180 unverändert. An der Nasdaq wechselten rund 3,1 Milliarden Aktien den Besitzer. Es gab dabei 2882 Kursgewinner, 1150 Kursverlierer und 349 unveränderte Werte.

Am US-Anleihenmarkt notierten die richtungweisenden 30-jährigen Bonds 7/32 höher mit einer Rendite von rund 5,65 Prozent.

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