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Wall Street schließt schwach

Zwar hatten sich die US-Märkte gegen Mittag von ihren Tiefstständen erholt, und sich Anleger zumindest einem Zwischenboden nahe geglaubt, doch in den letzten beiden Handelsstunden fielen die Kurse erneut.

NEW YORK. Der Dow Jones verlor am Dienstag 147 Punkte oder 1,6 Prozent und ging auf einem Stand von 9 122 Punkten aus dem Handel. Weitere 1,9 Prozent gab der technologie-orientierte Nasdaq Index ab. Das Börsenbarometer der Wachstumswerte beendete den Tag mit einem Punktverlust von 32 bei einem Stand von 1667 Zählern.

Eine ganze Reihe von Faktoren hatte den Handel an der Wall Street belastet. Zunächst war am Morgen das Verbrauchervertrauen noch viel schlechter ausgefallen, als es selbst Pessimisten erwartet hätten. Der Index, einer der wichtigsten Indikatoren für die US-Wirtschaft und die Wall Street, ist um 11,5 Punkte auf 85,5 Punkte gefallen. Das ist der tiefste Stand seit 1994. Experten hatten mit einem Rückgang um nur 1,5 Punkte gerechnet. Am stärksten brach nach Bekanntgabe des Index der Einzelhandelssektor ein. Mit Ausnahme der Vorzeige-Aktie von Bed, Bath & Beyond, die trotz eines Downgrades vom Montag mehr als zwei Prozent an Wert zulegen konnte, verlor der Sektor im Schnitt mehr als drei Prozent.

Weitere wichtige Wirtschaftsdaten werden im Laufe der Woche bekannt gegeben, darunter das Bruttoinlandsprodukt und die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. In einer Woche tagt außerdem die Notenbank. Dieses Treffen wird Aufschluss darüber geben, ob die Leitzinsen abermals, zum zehnten Mal in diesem Jahr, gesenkt werden. Die Warnung des FBI vor neuen Terror-Anschlägen noch in der laufenden Woche, verunsicherte Händler zudem.

Aber auch zahlreiche Unternehmensmeldungen beschäftigten die Händler. Zwar sind die beiden hektischsten Wochen der Ertragssaison vorbei, doch melden auch in den kommenden Handelstagen noch zahlreiche Unternehmen Quartalsergebebnisse. Zum Beispiel Procter & Gamble : Der Konsumgüterhersteller hatte am Morgen zufriedenstellende Zahlen vorgelegt. Exklusive einmaliger Kosten durch Umstrukturierungsmaßnahmen schlug man die Konsensschätzung der Wall Street um zwei Cents. Am Nachmittag gaben die Analysten von Salomon Smith Barney der Aktie ein Upgrade - Procter & Gamble notierte zu Handelschluss mit einem Plus von vier Prozent als einziger Dow Jones Komponent im grünen Terrain.

Der Flugzeugbauer Boeing sowie Disney und IBM hatten den Dow am Mittag kurz gestützt, brachen aber schließlich ein. Größte Verlierer im US-Standard-Index waren zum Handelsschluss Eastman Kodak mit einem Minus von fast acht Prozent und Philip Morris . Goldman Sachs hatte den Lebensmittelkonzern abgestuft. Im Tabakbereich rechne man in Zukunft mit einem nur noch schwachen Wachstum, begründeten die Analysten ihre Entscheidgung. Die Aktie verlor vier Prozent. Auch das Papier von Mc Donald?s schloss mit einem Minus von fast fünf Prozent. Dabei hatte es nach einem zweitägiges Analystentreffen des Fastfood-Riesen durchaus auch positive Kommentare gegeben.

Ford hat nach zwanzig Jahren wieder einen Ford an der Spitze. Jacques Nasser, der dem zweitgrößten US-Autobauer ein Jahrzehnt lang vorgestanden hatte, ist von seinem Posten gedrängt worden. Nun sitzt Bill Ford Junior am Steuer des Unternehmens, das sein Urgroßvater gegründet hat. Er soll den Konzern wieder in Fahrt bringen. In den vergangenen Wochen war die Aktie von vielen Analysten abgestuft worden. Ford hatte zuletzt Marktanteile verloren und schrumpfende Gewinnmargen hinnehmen müssen. Mit einem Minus von nur 0,7 Prozent behauptete sich die Ford-Aktie am Dienstag stärker als die Papiere der Konkurrenz. General Motors und Daimler-Chrysler verloren 2,2 Prozent beziehungsweise 3,8 Prozent an Wert.

Auch die Techwerte mussten am Dienstag erneut einstecken. Mit Ausnahme von Cisco schlossen die Big Caps im Minus. Der Netzwerkgigant hatte am Morgen neue Nutzungsmöglichkeiten im Bereich der mobilen IP-Adresse vorgestellt. Mit der neuen Technik sei man der Idee eines weltweit kabellosen Internets einen Schritt näher gekommen, so Ciscos Vize Joel Bion. Die Anleger nahmen?s ihm ab: Cisco ging mit einem Plus von fast einem Prozent aus dem Handel.

Größte Verlierern waren am Dienstag die Papiere von Openwave und Macrovision. Nach schwachen Quartalszahlen und reduzierten Gewinnerwartungen für die nahe Zukunft raten zahlreiche Brokerhäuser vom Kauf der Aktien ab. Openwave gab 14 Prozent nach, Microvision sogar 29 Prozent.

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