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Wall Street schließt schwächer

Die Microsoft-Gewinnwarnung hat nach Händlermeinung die Ängste der Anleger über sinkende Unternehmensgewinne verschärft und den aufkeimenden Optimismus der Investoren überschattet.

Reuters NEW YORK, 15.DEZ. Die US-Aktien sind zum Wochenschluss im Zuge einer Gewinnwarnung des Softwarekonzerns Microsoft schwächer aus dem Handel gegangen. Die Microsoft-Gewinnwarnung habe die Ängste der Anleger über sinkende Unternehmensgewinne verschärft und den aufkeimenden Optimismus der Investoren überschattet, die US-Notenbank Fed könnte bald mit einer Zinssenkung dem abschwächenden US-Wirtschaftswachstum entgegentreten und so den bedrängten US-Unternehmen eine Hilfestellung leisten, sagten Händler. Im Handelsverlauf sei es allerdings wegen dem "dreifachen Hexenverfall", dem gleichzeitigen Verfall von Aktienoptionen, Indexoptionen- und Futures zu einer Überzeichnung der Kursausschläge gekommen.

Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte schloss 240,03 Punkte oder 2,25 % tiefer bei 10 424,96 Zähler. Im Wochenvergleich hat der Index rund 3,4 % nachgegeben. Der technologielastige Nasdaq Composite Index rutschte 2,71 % ins Minus auf 2653,34 Zähler. Gegenüber dem Schlusstand vom vergagenen Freitag verzeichnete der Index damit eine Einbusse von rund 9 %. Der marktbreitere S&P-500-Index verlor bis zum Handelsende 2,13 % auf 1312,33 Punkte.

Microsoft hatte am Donnerstag nach Börsenschluss mitgeteilt, sie erwarte auf Grund einer Verlangsamung des Wirtschaftswachtums, einer geringeren Nachfrage nach PC's und sinkenden Investitionsausgaben einen niedrigeren Umsatz und Gewinn als zuvor. Der Softwarehersteller reihte sich damit in die Gemeide von hochkarätigen US-Unternehmen wie Intel, Eastman Kodak, General Motors oder Chase Manhattan, die zuvor schon ihre Gewinnprognosen für das kommende Jahr nach unten reviert hatten. "Wenn die Tagesstimmung gut ist, dann fokussieren sich die Hoffnungen der Anleger auf eine mögliche baldige Senkung der Zinsen. Wenn die Stimmung schlecht ist, dann konzentriert sich der Markt auf die Gewinnwarnungen. Mit Microsoft war heute ein schlechter Tag." sagte John Forelli, Portfoliomanager bei Independence Investment Associates. Die Microsoft-Papiere verzeichneten am Freitag bei lebhaften Umsätzen Kurseinbußen von über 11 % auf 49-3/16 $.

Andere Titel aus dem Informationstechnologiesektor wurden von der Microsoft-Warnung deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Das sich verlangsamende Wachstum der immer noch boomenden Branche sei mit der Gewinnwarnung vom Microsoft erneut bestätigt worden, sagten Marktteilnehmer. Der Hersteller von Komponenten für Computernetzwerke Cisco büsste 5,4 % auf 48-11/32 $ ein. Sun Microsystems verloren 3,9 % auf 30-7/16 $. EMC brachen um 8,7 % auf 68-1/8 $ ein.

Ein weiterer Tagesverlierer war der Computerhersteller Hewlett-Packard, welcher 5,6 % tiefer auf 31-5/8 $ schloss, nachdem die Investmentbank Goldman Sachs die Gewinn- und Umsatzprognosen des Unternehmen nach unten revidiert hatte. Die Papiere der Konkurrentin IBM gaben 5 % auf 87-13/16 $ nach.

Bei lebhaften Umsätzen von rund 1,50 Mrd. Aktien schlossen an der New York Stock Exchange 1263 Titel höher, 1611 niedriger und 442 unverändert. An der Nasdaq standen bei einem Volumen von 2,47 Mrd. Aktien 1381 Gewinnern 2511 Verlierer gegenüber. Insgesammt wurden 4599 Titel gehandelt.

Am US-Rentenmarkt notierten die richtungweisenden 30-jährigen Bonds zuletzt um 6/32 fester und brachten eine Rendite von 5,429 %.

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