Wall-Street-Schluss
Worldcom-Aktien verloren 20 Prozent

Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit von Worldcom hat an den US-Börsen am Freitag erneute Sorgen um die Schuldenlast einiger Telekommunikationskonzerne geweckt und die Kurse deutlich ins Minus gedrückt. Das Interesse der Anleger an Unternehmen mit geringen Gewinnschwankungen habe jedoch die Kurse einiger Standardwerte, darunter Procter & Gamble, gestützt, sagten Händler.

Reuters NEW YORK. Der technologielastige Nasdaq Composite verlor zum Schluss drei Prozent auf 1600,92 Zähler. Der Standardwerte-Index Dow Jones gab 0,97 Prozent auf 9939,92 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500-Index büßte 1,68 Prozent auf 1054,99 Zähler ein.

"Es gibt unerfüllte Hoffnungen und Erwartungen. Die wirtschaftliche Situation ist durch die Prognosen eines Unternehmens nicht anders geworden. Die Rally vom Mittwoch hat das Umfeld nicht verändert", sagte John Davidson, President und Chief Executive von PartnerRe Asset Management. Fondsmanager Eric Thorne von Bryn Mawr Trust sagte: "Die Metzelei bei den Telekom-Titeln geht weiter - es scheint für diesen Sektor noch kein Licht am Ende des Tunnels zu geben."

Worldcom-Aktien waren die am meisten gehandelten Titel an der Nasdaq und gaben zum Schluss rund 20 Prozent auf 1,60 Dollar nach. Mehrere Ratingagenturen hatten die Kreditwürdigkeit des Konzerns wegen der sich verschlechternden Entwicklung des operativen Geschäfts, hoher Schulden und der Erwartung einer weiteren Abschwächung auf "Junk-Status" heruntergestuft. Die Aktien der Worldcom MCI Group-Tochter büßten 25,6 Prozent auf 2,30 Dollar ein.

Die Aktien des Mobilfunkkonzerns Western Wireless brachen um rund 41 Prozent auf 3,35 Dollar ein und waren damit der zweitstärkste prozentuale Verlierer an der Nasdaq. Das Unternehmen hatte am Vortag mitgeteilt, der Verlust im ersten Quartal habe sich ausgeweitet und die Zahl der Abonnenten sei gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen.

"Es gibt sicher viele Probleme im Technologie- und Telekom-Sektor, was die Gewinne, die Bilanzen und die Überzeugungskraft angeht", sagte Mark Foster, Chefinvestment-Officer bei Kirr, Marbach & Co. Im Gegensatz dazu seien Standardwerte unter anderem wegen des besseren Ertragswachstums für die Investoren derzeit attraktiver.

Die Aktien des Pharmakonzerns Johnson & Johnson legten 0,78 Prozent auf 61,85 Dollar zu, die Titel des Konsumgüterkonzerns Procter&Gamble stiegen 0,37 Prozent auf 92,40 Dollar. Der Aktienkurs der US-Schnellrestaurant-Kette McDonald's kletterte 1,8 Prozent auf 29,81 Dollar.

Der Aktienkurs von IBM schloss 0,31 Prozent im Minus auf 79,68 Dollar. Die Nachricht über die Einsparungspläne des Konzerns habe Befürchtungen verstärkt, dass die Investitionen im Technologiebereich weiterhin schwach bleiben könnten, sagten Händler. IBM plant nach Informationen aus unternehmensnahen Kreisen angesichts stagnierender Umsätze den größten Stellenabbau seit Anfang der neunziger Jahre. "Das sind nicht die besten Nachrichten, weil der Markt lieber etwas über höhere Investitionen in Technologie hören will, und das scheint noch nicht zu passieren", sagte Kevin Connellan, Leiter Aktienhandel bei Northern Trust Global Investments.

An der New York Stock Exchange wechselten 1,18 Milliarden Aktien den Besitzer. 1131 Werte legten zu, 2007 gaben nach und 202 blieben unverändert.

An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,79 Milliarden Aktien 1270 im Plus, 2206 im Minus und 265 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 9/32 auf 98-2/32. Sie rentierten mit 5,13 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten 12/32 auf 96-21/32 zu und hatten eine Rendite von 5,61 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%