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Wall Street schwach nach Gewinnmitnahmen

Gewinnmitnahmen drücken am Dienstagmorgen auf die Wall Street, was nach einer beeindruckenden 2-Tages-Rally keine Überraschung ist. Wenige Minuten nach Handelsbeginn verliert der Dow Jones 60 Punkte, die Nasdaq handelt nahe der Null-Linie.

Die US-Börsen haben den März mit einer außergewöhnlichen Kletterpartie begonnen. An zwei Handelstagen schoss der Dow Jones Index um fast 500 Punkte auf ein 9-Monats-Hoch.Auch die Nasdaq scheint nach einem schwachen Start ins neue Jahr den Turnaround geschafft zu haben. Ganze 7 % hat das Tech-Barometer in zwei März-Sitzungen gutgemacht.

Was Marktteilnehmer bei all den Kursgewinnen wirklich optimistisch stimmt: Nicht Kommentare, sondern fundamentale Daten geben den Bullen Kraft. Mit einem nationalen Einkäufer-Index, der für Februar erstmals nach eineinhalb Jahren Wachstum zeigt, mit steigenden Industrieorders, und mit unerwartet starken Konsumentenausgaben im Rücken scheint Anlegern die Krise überwunden. Nachdem Merrill Lynch zum Wochenauftakt seine Prognose für das Wirtschaftswachstum auf 4,3 % heraufgesetzt hat und Unternehmensgewinne im S&P 500 um 15 % steigen sieht, legt am Dienstag Salomon Smith Barney nach: Die Analysten setzen ihr Kursziel für den Dow Jones von 10.800 Punkte auf 11.400 Punkte herauf.

Erneut stehen am Dienstag Chip-Werte im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Zum einen geben die CEOs der wichtigsten Unternehmen der Branche auf der Chip-Konferenz von Morgan Stanley einen Ausblick für den wichtigsten Techsektor, zum anderen äußerte sich mit Texas Instruments einer der Branchenriesen am Morgen ganz konkret: Das Unternehmen bestätigt die Quartalserwartungen an das laufende Viertel und sagt, die bereits eingegangen Bestellungen lägen über den Erwartungen. Texas Instrument rechnet mit einem Break-even für die laufenden drei Monate. Die Aktie notiert stark behauptet.

Um 2,6 % verbessert sich die Aktie von Intel . Zwei Tage vor dem Quartalszwischenbericht des weltgrößten Chip-Herstellers stuft Morgan Stanley die Aktie auf "aggressiv kaufen" herauf. Analyst Mark Edelstone sagt, die Geschäfte bei Intel entwickelten sich kurzfristig besser als die Wall Street erwartet hatte. Die Kollegen der Credit Suisse First Boston erwarten vom Intel-Zwischenbericht keine fundamentalen Neuigkeiten.

Mit Cisco, Sun Microsystems, Dell und Microsoft notieren die übrigen Big Caps in der Verlustzone. Der Software-Hersteller Oracle macht unterdessen 2,3 Prozent gut, nachdem die Aktie am Montag dramatische eingebrochen war. Die Credit Suisse First Boston hat den angeschlagenen Titel aufgestuft, nachdem der Kurs auf 14 Dollar eingebrochen war. Die Aktie sei damit unterbewertet, meinen die Experten und raten zum Einstieg.

Weitere Gewinne sind am Dienstag für den Online-Auktionator eBay drin. Einem Upgrade der Deutsche Banc Alex Brown vom Montag folgen die Kollegen von Goldman Sachs. Sie setzen die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal herauf und sagen, eine Recherchen zur Quartalsmitte ließen auf eine deutlich schnellere Erholung für das Internet-Unternehmen schließen.

Mit einem Plus von 4 % gehört die Modekette The Gap zu den frühen Gewinnern. Der einst größte Fashion-Händler der USA klagt seit Monaten über Umsatz- und Gewinneinbrüche, viele haben den Glauben an einen Turnaround verloren. Die Analysten von Merrill Lynch indes glauben, dass die Umsätze nun endlich einen Boden erreicht hätten und die Trendwende im Herbst kommen könnte. Sie setzen die Aktie auf "aggressiv kaufen" und setzen ein Kursziel von 18 Dollar. Aktuell handelt das Papier unter 13 Dollar.

Nachdem die Fluggesellschaften die vergangenen Wochen im Steigflug waren, werden sie am Dienstag von den Analysten der UBS Warburg abgestuft. Das fundamentale Umfeld habe sich zwar verbessert, sei aber noch lange nicht perfekt, sagen die Experten. Außerdem sei es Zeit Kasse zu machen, nachdem einige Carrier seit ihren September-Tiefstständen zwischen 60 und 90 % zugelegt haben. American Airlines steht nun nur noch auf "kaufen", die Aktien von Delta Airlines und Southwest Airlines seien nur zu "halten". Die Airline-Papiere notieren im roten Bereich. Eine Ausnahme ist US Airways : Die Aktie legt 5 % zu, nachdem Lehman Brothers den Wert auf "aggressiv kaufen" setzt.

Auch den Medien- und Entertainmentsektor behalten Börsianer am Dienstag im Aufe. Bei einer Branchenkonferenz in Florida haben sich mehrere Unternehmen zu ihren Aussichten geäußert: Sie erwarten eine leichte Verbesserung des Werbeumfelds, über das zuletzt viel spekuliert worden war. Morgan Stanley stuft am Morgen die Aktie von News Corp. auf "aggressiv kaufen" auf, die Tochter Fox Entertainment wird auf "market outperformer" gesetzt.

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