Wall Street: Schwache Techs vermiesen die Stimmung

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Wall Street: Schwache Techs vermiesen die Stimmung

Am Freitagmorgen deutet vieles darauf hin, dass die großen US-Indizes die Woche erneut mit Verlusten beenden werden. Nach einem Ausflug ins Grüne am Vortag deuten die Futures am Morgen auf einen schwachen Handelsstart.

Dabei ist die Stimmung allgemein noch gut. Eine optimistische Rede von Notenbankchef Alan Greenspan hatte der Wall Street am Donnerstag Kraft gegeben. Der Dow Jones hatte zeitweise mehr als hundert Punkte gewonnen und letztlich mit einem Plus von 0,5 Prozent geschlossen, die Nasdaq war mit einem Plus von gut 1 Prozent aus dem Handel gegangen.

US-Notenbankchef Alan Greenspan hatte gesagt, dass nach einer "erheblichen konjunkturellen Anpassung", sprich: Bodenbildung, "vieles darauf hindeutet, dass einige Indikatoren, die die Rezession verursacht haben, an Bedeutung verlieren". Im Gegensatz zu einer Rede am 11. Januar gelang es Greenspan dabei (und so scheint es auch vor zwei Wochen geplant gewesen zu sein), den Schwerpunkt seiner Rede eher auf diese "Zeichen einer Erholung" zu lenken und nicht auf die "nach wie vor bestehenden Risiken". Diese verbarg er aber auch am Donnerstag nicht, vielmehr warnte er davor, "dass der Markt eine schnellere Erholung erwartet als wir sie erleben werden." Allerdings geht man am letzten Handelstag vor Beginn des zweitägigen Fed-Meetings am Montag und Dienstag davon aus, dass die Notenbank die Leitzinsen nicht erneut senken wird.

Während die Grundstimmung also positiv bleibt, drücken schwache Quartalsaussichten einiger Tech-Unternehmen auf den Markt. Der Glasfaser-Riese JDS Uniphase hat mit einem Verlust von 19 Cent pro Aktie in den letzten drei Monaten die Erwartungen der Analysten (minus 2 Cent) weit verfehlt, der Umsatz ist innerhalb eines Jahres auf weniger als ein Drittel geschrumpft. In das nächste Quartal startet JOS Uniphase mit nur noch 50 Prozent der Mitarbeiter, zu den Aussichten äußerte sich das Management nicht. Die Aktie verliert vorbörslich fast 10 Prozent.

Beim Chiphersteller PMC-Sierra sah das vergangene Jahr nicht besser aus. Im vierten Quartal 2001 ist der Umsatz um 80 Prozent auf 47 Millionen Dollar gefallen, nachdem große Telekommunikationsunternehmen und Netzwerkkomponentenhersteller wie Cisco Systems ihre Bestellungen verringert hatten. Allerdings sieht Vorstandschef Robert Bailey Licht am Horizont: Für das laufende Quartal rechnet er mit einer Umsatzsteigerung. Die Analysten von Morgan Stanley ziehen mit und stufen die Aktie mit "Outperformer" ein. PMC-Sierra gewinnt vorbörslich 8,6 Prozent.

Enttäuschend fällt die Quartalsbilanz beim Handyhersteller Ericsson aus. Das schwedische Unternehmen meldet einen Verlust von 485 Millionen Dollar oder 6 Cent pro Aktie. Analysten hatten mit einem Fehlbetrag von 187 Millionen Dollar oder 2 Cent pro Papier gerechnet. Damit steht Ericsson ähnlich schlecht da wie der US-Riese Motorola, der bereits Anfang dieser Woche den vierten Quartalsverlust in Folge gemeldet hatte. Allein um den finnischen Konkurrenten Nokia scheint es besser bestellt. Der meldete am Donnerstag einen deutlich höheren Gewinn als erwartet. Am frühen Morgen verliert Ericcson 7,7 Prozent, Nokia gibt 3,2 Prozent ab. Papiere von Motorola starten unverändert.

Der Erfolg von Nokia belastet am Freitag das Papier von Qualcomm. Der amerikanische Mobilfunkspezialist stellt die sogenannte CDMA-Technologie her, die ausgerechnet der aktuell stärkste Handyhersteller nicht anwendet. Daher erwartet Qualcomm im laufenden Quartal weiter sinkende Umsätze und in 2002 einen niedrigeren Gewinn. Statt eines bisher geplanten Umsatzwachstums von 15 bis 25 Prozent gehen die Manager nur noch von 5 bis 15 Prozent Wachstum aus. Morgan Stanley stuft die Aktie von Qualcomm nach wie vor mit "aggressiv kaufen" ein, jedoch kürzen die Analysten das Kursziel von 90 auf 80 Dollar. Am frühen Morgen verliert das Papier 4 Prozent.

Erfolgsmeldungen kommen - wie üblich - von Starbucks: Die Kaffeekette hat einmal mehr die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das Unternehmen weist nicht nur ein Wachstum von 20 Prozent im vierten Quartal aus, sondern legt auch weitere Expansionspläne vor. Mindestens 1.200 neue Cafés will man im Jahr 2002 weltweit eröffnen, und Ende des Jahres sollen zwei neue Märkte in Europa benannt werden, in denen weitere Läden entstehen sollen. Howard Schultz, CEO und Chefstratege des Kaffeerösters, hat eine Vision: Aus bisher 5.000 Filialen sollen eines Tages 20.000 werden. Starbucks legt vorbörslich 0,5 Prozent zu.

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